Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1881)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1881-06-01
- Page
- Seite 286 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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286 Recevsio»en. Ellipse. Dasselbe ist ja auch der Fall bei den Midraschim zum Pentateuch. Sie werden טדרש רבה oder רבות tilulirt und zwar nrst nach den» Eingang zur Genesis ר׳ הושעיה רבה פתרו, wobei der Hauptname meggelassen wurde. So geringfügig auch dieser durch die Handschriften bestätigte Fund ist, so hat er doch seinen Werth für die Genesis und den Ausbau der agadischen Homilien. Wir besitzen also gegenwärtig drei Werke, welche den Titel Pesikta haben und alle drei noch dazu ein irreführendes Epitheton. I. Pesikta bi NabLi Kahana; II. P. Rabbati und III. P. d. Rabbi Tobia noch ,dazu benannt, die ״kleine" (זוטרתי). Der Mitarbeiter dieser Blätter, Herr Or. Theodor, hat nachgewiesen, wie kunstvoll angelegt die Composition der Pestkta I. ist. Er hat es aus den bis jetzt wenig beachteten Proömicn (פחיחתא) eruirt (Jg. 1879 S. 97 sg. und 1880 S. 9 fr!.). Herr Dr. August Wünsche hat die Lösung der eben so schwierigen wie dankbaren Aufgabe unternommen, die agadische Literatur dem allgemeinen Publicum durch Ilebersetzung zugänglich zu machen, und seine Leistung hat die verdiente Anerkennung gefunden/ Es handelt sich aber auch zunächst darum, den Entwickelungsgang derselben von ihrem Ursprung an bis zu ihren letzten Ausläufern zu erkennen. Und dazu tragen die beiden genannten jüngst edirten agadischen Werke wesentlich bei. Herr Friedman hat sich mit der korrekten Herausgabe der zweiten Pesikta ebenso wie mit der kritischen Edition des Sifrö und der Mechilta ein außerordentliches Verdienst erworben. Die alten Ausgaben wimmeln so sehr von Fehlern, daß dieses wichtige homiletische Schriftwerk gar nicht zu gebrauchen war. Diese Pesikta ist deßwegen wichtig, ja vielleicht noch wichtiger als ihre Naiuenöschwester, weil sie viel historisches Material enthält. Der Herausgeber hat zwar keine Handschrift dazu benutzen können, aber vermöge seiner bedeutenden Belesenheit in der Midrasch- Literatur war er in» Stande, einen möglichst correcten Text und