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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-06-01 · Heft 6 (Juni 1881) · p. Seite 266

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 6 (Juni 1881)
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1881-06-01
Page
Seite 266 (sequence 7)
Language
German
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266 Die Fabel in Talmud und Midrasch. gen haben. Man niag damals in jüdischen Kreisen hie und da den sabbathlichen Tafelfreuden etwas zu sehr gehuldigt haben, etwa wie es heute die chassidäischsn Kreise machen. Dagegen mögen es Manche noch immer mit der Beschneidung leichter genommen haben. Darum sah sich sein Zeitgenosse ר׳ יהודה בר שלום veranlaßt, in seiner Fabel darzuthun, daß der Sabbath als ältestes Gebot und als eines der wichtigsten Gebote überhaupt gewiß im Gottesgesetze einen hohen, aber noch immer nicht den h ö chst e n Rang einnehms, indem er vor der Beschneidung zurück« treten inuß. Diese hie und da üblich gewesenen übermäßigen Leistungen bei Sabbath- und Festtafeln scheinen auch einem andern Ausspruch des ר׳ יהודה בר שלום zu Grunde zu liegen. Babli, ׳ Baba Bathra!0 a lesen wir: דרש ריי כרבי שלום כשם שמזונותיו של אדם קצובין לו מראש השנה כך חסרונותיו של אדם קצוכין לו מראש השנה זכה הלא פרוס לרעב לחמך לא וכה ועניים מרורים תביא בית. Ich fasse diese dunkle Stelle, abweichend von der hergebrachten unbefriedigenden Auffasiung, dahin auf, daß man wisse, daß es nach dem Sabbath und dem Festtage auch noch Tage und Menschen gebe, für die man das Entbehrliche noch gut werde brauchen können. Die darauf folgende Erzählung von den Neffen R. Jochanan b. Sakkai's verträgt sich ganz gut auch mit dieser Auffasiung. So. hatten die Fabeldichter immer ihre Zeit im Auge. Trat R. Simon b. Jochai zu seiner Zeit mit seiner Fabel für den Sabbath auf, so trat R. Jehuda bar Schalom zu seiner Zeit, wo der Sabbath gewissenhaft gefeiert ^wurde, היהודים הללו שומרי שבתות הן ‘) dafür aber den Tafel׳ ____ \ Darin mag auch das Ironische des von Dioclettan dem Rabbi Juda III. nach Liberias am Freitag Abend ertheilten Befehles zu suchen sein, daß er bei ihm bis Sabbath Abend in Paneas zu sein habe : s.

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