Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 4 (April 1881)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1881-04-01
- Page
- Seite 187 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829542-2829547-2872708--20192-2872764- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recension. 187 Wir sehen ja auch, daß in Numeri thatsächlich der Dienst der Leviten, obwohl sie in feierlichster Weise von den Söhnen Israels abgesondert werden, auf das Tragen der einzelnen Bestandtheile des Stiftszeltes und auf die ganz allgemein gehaltene ״Bedienung" der Priester beschränkt ist. Das Schlachten der Opferthiere und alle anderen vor der Blutsprengung und der Opferung der Fettstucke nothwendigen Verrichtungen waren bereits in Leviticus den Priestern übertragen. Kann man sich der Wahrnehmung dieser Verschiedenheit der religiösen Anschauungen in Leviticus und Numeri, auf die übrigens schon Geiger (Nachgelassene Schriften IV, 262) hinweist, nicht verschließen, so wird man die ganze Hypothese von dem Bestände eines einheitlichen, das dritte und vierte Buch Mosis umfassenden Priestercodex wohl oder übel fallen lassen und die Abfassung von Leviticus — ausschließlich mannigfacher Zusätze und Abänderungen — in eine viel frühere Zeit versetzen muffen als die von Numeri. Eine weitere Durchführung und Begründung dieser Ansicht kann an diesem Orte nicht gegeben werden, muß vielmehr einer beson« deren Abhandlung Vorbehalten bleiben. Sodann hat Maybaum (pag. 67 ff.) das Moment, daß der sogenannte Priestercodex die Priester nicht wie Ezechiel als Söhne Zadok's, sondern als Söhne Ahron's bezeichnet, viel zu einseitig aufgefaßt: denn nicht nur um die Scheidung zwischen Priester und Leviten in die mosaische Zeit zu verlegen und als ein uraltes sinaitisches Gesetz hinzustellen, läßt der sogenannte Priestercodex die Priester von Ahron abstammen, sondern er will damit auch der ezechielischen Bevorzugung der Zadokiten entgegen treten, er will auch den Söhnen Jthamar's, d. i. den Nachkommen Ebjathar's, das Priesterrecht gewahrt wissen. Thatsächlich haben nach dem Exils im Tempel zu Jerusalem neben den Zadokiten auch die ihren Stammbaum auf den von Salomo nach Anathoth verbannten Sprößling Eli's zurückführenden Priester als solche