Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 4 (April 1881)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1881-04-01
- Page
- Seite 186 (sequence 8)
- Language
- German
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186 Recenswn. sich nur auf das Neue, von der bisherigen Praxis Abweichende bezieht- > Es erscheint daher schon aus diesem Grunde sehr gewagt, die Abfassung des Priestercodex, soweit Leviticus hierbei in Frage kommt — denn für Numeri stellt sich das Verhältniß ganz anders — in die nachezechielische Zeit zu verlegen, und selbst das Auskunftsmittel, den Verfasser des Priestercodex hinsichtlich dieser Partieen lediglich zum Conpilalor zu machen, der das aus verschiedenen Priesterkreisen herrührende Ritual gesammelt und in ein einheitliches System gebracht habe, hilft über die Schwierigkeit nicht hinweg, macht es vielmehr erst recht unwahrscheinlich, daß Ezechiel bei der Divergenz des Opferntuales, die von den verschiedenen Cultusstätten hier sich noch erhalten hatte, darauf verzichtet habe, es für seinen Zukunststempel zu fixiren. Wie will man es ferner erklären, daß in dem Haupttheile des Priestercodex, in Leviticus, (mit Ausnahme des auf Num. 35 Bezug nehmenden und darum von allen Bibelforschern als ein späterer Zusatz bezeichneten Stückes 25, 32—34) der Leviten gar nicht gedacht, ja, der Name ״Levi" oder ״Levit" nicht einmal genannt wird? Bot sich hierzu bei den Opfergesetzen etwa . kein Anlaß dar? Hatten die Leviten nach der Vorschrift Ezechiels (44, I I), die bekanntlich in der nachexilischen Praxis auch befolgt wurde, nicht das Amt, die Ola und das Mahlopfer zu schlachten? Warum geschieht dieser Function nirgends Erwähnung? Warum hören wir in Leviticus immer nur von Priestern, niemals von Leviten? Wenn dieses Buch, wie Maybaum behauptet, nach Ezechiel, d. h. also nach der strengen Scheidung von Priestern und Leviten verfaßt ist, so ist gar kein vernünstiger Grund für das Uebergehen und Uebersehen der Leviten denkbar, zumal da sich für die Bestimmung ihrer Mitwirkung beim Opfer nirgends mehr eine geeignete Stelle finden ließ.