Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 4 (April 1881)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1881-04-01
- Page
- Seite 185 (sequence 7)
- Language
- German
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Recenston. 185 was der prophetischen Thora direkt zuwiderlief und von den Priestern gleichwohl als göttliche Offenbarung ausgegebe» wurde. Alle andern hieraus gemachten Folgerungen, namentlich die, daß die Propheten die Göttlichkeit der gesammten Priestergesetze bestritten und dieselben durchweg als Menschensatzung bezeichnet hätten, gehen zu weit. Nur die Nebenwerthigkeit der Opfer, wie Maybaum an einer anderen Stelle, freilich nothgedrungen, zugiebt, sollte betont werden, nichts weiter. Im Eifer des Kampfes, und da es sich um ein hochwichtiges Princip, um den Sieg oder den Untergang der prophetischen Thora handelte, wurde hier und da wohl ein hartes Wort gebraucht, das aber der Situation gemäß gedeutet werden muß. Will man übrigens den Wortlaut der oft citirten Stelle (Jer. 8,8) ״wie könnt ihr sprechen, weise sind wir, und Jhwh's Thora haben wir! fürwahr: zur Lüge hat sie gemacht der Lügengriffel der Schrift« steller" urgiren, so folgt hieraus weit eher die Anerkennung, daß die Priesterthora ursprünglich in der That göttlich gewesen, aber durch den Lügengriffel der Schriftsteller gefälscht worden und darum nicht mehr beweiskräftig gegenüber der <sra der Propheten sei. Hätte man in prophetischen Kreisen den Hauptinhalt der Priesterthora, der von den verschiedenen Opferarten und den bei ihrer Darbringung zu beobachtenden Bräuchen handelt, nicht als rechtsverbindlich und göttlich anerkannt, so würde der so sehr in's Kleinliche gehende Prophet Ezechiel es in seiner theokratischen Ordnung sicher nicht unterlaffen haben, beispielsweise das Sünd- und Schuldopfer ausführlich zu besprechen und genau zu bestimmen, welche Stücke davon verbrannt, und welche gegessen werden sollen, oder über die Zubereitung des Rauch- Werkes ein Wort zu verlieren ü. s. w. Da er eS aber dennoch unterläßt, so ist evident, daß er von der Göttlichkeit der Priester- Thora durchdrungen ist, und daß die ihm gewordene Offenbarung