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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-04-01 · Heft 4 (April 1881) · p. Seite 157

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 4 (April 1881)
Article
Das Land "Hagar" in der hebräisch-mittelalterlichen Literatur
Date
1881-04-01
Page
Seite 157 (sequence 13)
Language
German
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DaS Land ״Sagar" in der hebräisch-mittelalterlichen Literatur. 157 nicht, und Alles, was dafür geltend gemacht wird, daß ״Hagar" bei diesen altern Autoren nicht Ungarn bedeuten könne, ist entweder ungerechtfertigt oder offenbares Mißverftändniß. Wir wolle» die in Rede stehenden vielbesprochenen und vielbestrittenen Stellen näher betrachten. Es sind ihrer im Ganzen drei. Die erste Stelle ist nicht viel, ungefähr, 40—50 Jahre, älter als der Or-Sarua; sie ist in einem Responsum des um das Jahr 1200 verstorbenen ') französischen Gelehrten Isaak b. Abraham enthalten, das unter Andern auch im Mardoch a i zu Gittin IX, 446 Aufnahme gefunden hat. Den Inhalt deffelben bildet die Beurtheilung eines Scheidebriefes, welchen Jemand aus dem Lande ״Hagar" seiner in Frankreich lebenden Frau zugeschickt hat, und welcher bezüglich mancher Aeußerlichkeilen, namentlich aber der Schreibung gewiffer französischer Namen, vou den in Frankreich üblichen Normen abwich a). Löw wollte hier, der früher allgemein acceptirten Ansicht entgegen, unter ״Hagar" nicht Ungarn, sondern ״eines der arabischen Königreiche in Spanien" verstehen, weil הגר, worauf wir noch zurückkommen, bei den Syrern und bei den jüdischen Poeten des Mittelalters Benennung des Arabers ist, und weil aus dem Gutachten hervorgeht, ״daß die Aussprache der Juden im Lande Hagar den französischen Rabbinen bekannt war, was aber in Bezug auf die ungarischen Juden höchst unwahrscheinlich ist •)". Warum? Haben doch die in den entlegensten europäischen Ländern wohnenden Juden, wovon weiter unten noch gelegent-!ich die Rede sein wird, schon in viel früherer Zeit häufig mit- ') Vgl. über ihn Groß, in dieser Monatsschrift XX, S. 248. ' *) Dies der srüher ungenau ausgesaßte Thatbestand, Welchen Stein- Hardt richtig festgcstellt hat: s. Ben-Chanansa V, S. 16; vgl. das. IV, S. 248. *) Ben-Chananja X, S. 616 und Graphische Requisiten das.

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