Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 4 (April 1881)
- Article
- Das Land "Hagar" in der hebräisch-mittelalterlichen Literatur
- Date
- 1881-04-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
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Das Land ״Hagar" in der hebräisch-mittelalterlichen Literatur. 155 Male umgeändert hätten, sicherlich die für die Türkei übliche Benennung ״Togarma" gewählt. Da sie dies aber nicht thun, sondern, selbst wenn sie selber Türken sind, Ungarn gerade ״Hagar" nemren, ist es klar, daß ״Hagar" eine ältere Bezeichnung für Ungarn ist, welche schon vor der Türkenherrschaft in Ungarn üblich war. Und das ist auch entschieden der Fall. Die Behauptung Löw's ‘): ״Eisak von Tyrnau, der in der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts schrieb, ist der e r st e Schriftsteller, der sich des Namens הגר bedient," ist nämlich eine ganz und gar unrichtige. Denn wenn wir auch von den weiter unten zu besprechenden ältesten Stellen absehen, in welchen die Bedeutung von H a g a r - U n g a r n angesochten werden konnte; so ist es doch sicher, daß Isaak Or-Sarua aus Wien, wenn er schon um 125,0 von den wannen Quellen spricht, die er aus seiner Reise ״im Lande H a g a r" in Ofen und in Gran angetroffen hat * *), sicherlich kein anderes Land als eben Ungarn meinen kann. Auch der um 1380 in Wien lebende Lehrer Eisak's von Tyrnau, Abrahani Klausner •), nennt in seinen Minhagim *) das neben Oesterreich und Steiermark erwähnte Ungarn bereits ״das Land Hagar". Eisak von Tyrnau selder, welcher, nach Löw, sich zum ersten Male dieses Namens zur Bezeichnung von Ungarn bedient haben soll, ist aber bereits vor 1421 gestorben 6). Wenn er aber auch erst nach 1450 gestorben tväre, wie Löw, offenbar nach Wolf (Bibi, hebraica I, Nr. 214), behauptet, so hätte er sein damals selbstständiges, ') Graphische Requisiten u. s. w. das. '1 S. ob. S. 151, Anm. 6. Z u n z, Z. Gesch. u. Literatur S. 1S4 und G r a e tz, Gesch. VIII- S. 11 und 12. *) Ed. Riva di Trento (1558) S. 8. Die betreffende Stelle ist in einer der ״Hagahoth" enthalten, welche Schriften entlehnt sind, die theils von Zeitgenossen KlauSner's, theils von älteren Autoren herrühren. *) Graetz, a. a. O. S. 12; vgl. Zunz, a. a. O. S. 194.