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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-03-01 · Heft 3 (März 1881) · p. Seite 142

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 3 (März 1881)
Article
[Rezension]
Date
1881-03-01
Page
Seite 142 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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142 Reeension. Abwehr alles Fremdartigen, insofern durch dasselbe der reine Monotheismus irgendwie gefährdet oder auch nur im entferntesten bedroht schien; auf der andern Seite die Geneigtheit, neuen Ideen sich anzuschmiegen, wenn dieselben mit den Grundanschauungen des Judenthums sich verschwelzen liehen, diese vielleicht gar noch zu stützen oder doch plausibler zu machen geeignet schienen. Was wir aber hier Nachweisen wollen, ist, daß die älteren jüdischeil Lehrer selbst da, wo sie solche harmlos scheincnde, immerhin aber neue Ideen nicht geradezu abwiesen, oder wo sie dieselben gar aufnahmen, dies doch nur mit äußerster Reserve, ja mit nur leicht verhülltem Mißtrauen thaten, so daß wir die Beobachtung machen können: je älter die Quellen desto weniger sind sie dem Einflüsse der den Nachbarvölkern eignen religiösen Anschauungen zugänglich; erst nach und nach gewinnen solche Vorstellungen sogar auf die religiöse Praxis einigen Einfluß. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Mischna ganz bedeutend von der spätem Genlara. Die Mischna ist noch ziemlich frei von allem Mysteriösen." Vers, geht nun alle Stellen durch, welche diesem über die Mischna gefällten Urtheil zu widersprechen scheinen, und giebt meist gelungene Losungen. Offen dagegen leitet er seine Besprechung der Gemara mit den Worten ein: ״Anders verhält es sich, wie schon gesagt, mit den Lehrern -der Gemara. Bei sehr vielen derselben blickt säst überall die Emgenommenheit für mystische Ideen durch. Den Uebergang von der nüchternen Denkungsweise der Mischnalehrer zu dem Mysticismus dieser Gemaristen nrachen in der Regel gewisse Boraitot. Letztere sind ihrem inner» Werths nach sehr ungleichartig. Während einzelne derselben, namentlich solche, die sich ausschließlich mit Halacha befassen, von unschätzbarem Werths und zum richtigen Verständnisse, ja oft zur Ergänzung und Berichtigung der Mischna fast unentbehrlich sind, müssen wir von anderen, namentlich wenn sie agadischen Inhalts sind, sagen, daß sie oft mehr verwirren als aufklären, besonders wenn sie, wie das von dm meisten Lehrern geschieht, ganz buchstäblich genommen werden." Dem gelehrten Verfasser fällt es nicht schwer, Beispiele in Menge zu

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