Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 3 (März 1881)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1881-03-01
- Page
- Seite 143 (sequence 5)
- Language
- German
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Recensron. 143 bringen, die oft großes Interesse dadurch erregen, daß er, wie z. B. S. 73, die biblische Art zu reden mit der späteren ängstlichen und superstitiosen Weise zusammenstellt, woraus erhellt, das; wir in der spätern abergläubischen Scheu nur eine durch die Zeitverhältnisse allerdings vollauf entschuldigte Degenerirung der gesunden biblischen Furchtlosigkeit zu sehen haben. Verfasser zeigt (S. 66), daß in Babylonien mehr Hang zur Superstition anzutresfen als in Palästina, und sucht das historisch zu begründen in dem durch die Restauration der zoroastrischen Lehre um 226 n. Ehr. hervortretenden stärkeren Einfluß der Magierreligion. Siehe die bezeichnenden Nachweise in Bezug auf Abaji (S. 69 ff.), die uns belehren, daß ursprünglich harmlose und vernünftige Bräuche später mystisch gedeutet werden. Dennoch zeigt sich der Schutz, den der Mosaismus gegen zu weit gehende Ausschreitungen auf diesem Gebiete gewährt, auch hier auf's Deutlichste. Streng verbieten die Rabbinen auf Grund des Pentateuchs den Glauben an Omina und Wahrsagerei (S. 65), wenn auch Manche von ihnen nur über die Unerlaubtheit, nicht über die Nichtigkeit der Sache sich klar sind. Aehnlich stehen sie selbst, wie Verf. zeigt, dem Götzendienste gegenüber. Während allerdings gerade die bedeutendsten Lehrer die Götzen eben ßür Elilim (Nichtse) halten, fasten sie doch andere wie eine Art von Mächten, natürlich unlautern. Man wird hier unwillkührlich an die Stellung erinnert, welche die heidnischen Götter bis tief in's Mittelalter hinein im Christenthume einnahmen. Frau Venus war nicht etwa ״nichts", sondern eine ״Teufelinne." So ist es erklärlich, warum manche Rabbinen in dem Conflikte zwischen ihrer Ehrfurcht vor dem klaren biblischen Verbote der Omina und ihrer Abhängigkeit von den Zeitvorstellungen sich durch Distinctionen und Subtilitäten helfen (S. 89). Der Verfasser bespricht dann die Stellung der gemaristischen Lehrer zu anderen in jener Zeit und im Grunde zu allen Zeiten herrschend gewesenen superstitiosen Vorstellungen. So zur Astrologie von S. 93 bis 101, zur Heilung durch Geheimmittel, sogenannte ״Besprechungen" von S. 101- 103, zur Oneirologie von 103—105. Die Einzelnheiten