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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-03-01 · Heft 3 (März 1881) · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 3 (März 1881)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1881-03-01
Page
Seite 136 (sequence 7)
Language
German
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]36 Beitrüge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. Abimelech, die das hörten, betrübten sich sehr über den Tod des Jeremia. Dieser hörte ihre Rede und sagte: ״Betrübet euch nicht, denn diese werden mich nicht lobten können, bevor ich euch alles das erzählt habe, was meine Seele gesehen." Darauf sagte er zu ihnen: ״Bringet mir einen Stein, der größer ist als ich." Nachdem diese ihm den Stein gebracht und er ihn gesehen hatte, sagte er: ״O Herr! gieb, daß dieser Stein meine Gestalt annehme, damit das Volk ihn steinige, bis ich meinen Jüngern alles das erzählt habe, was ich gesehen und gehört habe." Und Gott machte, daß der Stein die Gestalt des Propheten annahm, so daß das Volk, in der Meinung, er sei der Prophet, ihn mit Steinen, bewarf. Nachdem Jeremia ihnen alles, was er gesehen und gehört erzählt hatte, befahl Gott dem Steine und dieser rief mit menschlicher Stimme: ״O ihr blinden und tollen Hebräer! warum steinigt ihr mich? Ihr. glaubet, daß ich Jeremia bin, während ich nur ein Stein bin, und auf Befehl Gottes seine Gestalt angenommen habe. Jerenna selbst steht ja mitten unter euch und ihr seht ihn nicht." Diese erhoben ihre Augen und sahen den Propheten in ihrer Mitte, ergriffen darauf die Steine und schleuderten sie gegen ihn, mit dem sie zusammen in der Gefangenschaft gewesen und der sie aus derselben herausgeführt, diesen tödteten sie; er aber war weder böse, noch zürnte er ihnen. Nachdem ergestorben war, begruben ihn Baruch und Abimelech und setzten ihm denselben Stein, der seine Gestalt angenommen hatte, zum Denkzeichen. Darauf schrieben sie: ״Das ist der Stein, der Jeremia geholfen hat." Die heiligen Geräthe versteckte Jeremia in einem Felsen, nach dem Befehle Gottes und verschloß ihn, indenl er den Rainen Gottes als Siegel darauf drückte; Diese Buchstaben drückten sich so in den Stein, als ob sie hineingemeiselt wären; ein Nebel umgab ihn hierauf, damit ihn Niemand sehe.

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