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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-03-01 · Heft 3 (März 1881) · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 3 (März 1881)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1881-03-01
Page
Seite 137 (sequence 8)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. 187 Dieser Stein befindet sich in der Wüste, wo die Lade zuerst gemacht wurde. Diese Legende kehrt nun mit der ganzen Ausführlichkeit in einer rumänischen handschriftlichen Chronik aus dem Anfänge des XVII. Jahrhunderts o. 56 Lol. 65 b — 69 a wieder. Sie ist Eigenthum der Bukarester Centralbibliothek. Kleine Abweichungen in der Erzählung zeigen auf eine ältere Quelle hin. Dorotheus selbst sagt, daß er seine Chronik aus älteren zusammengetragen hat. Welche diese ältere Quelle sei, werden wir um so leichter vermuthen können, als wir es hier offenbar mit einer Heiligen legende zu thuen haben. Der Prophet Jeremia wird in der griechisch-orientalischen Kirche am 4. November als Heiliger gefeiert, und wirklich enthält die rumänische Uebersetzung der Heiligenlegenden (Jasi 1682 Lol. 105 a—108 a) dieselbe Legende fast wörtlich übereinstimmend. Als Quelle hierfür wird wahrscheinlich der verlorene Theil der Chronik des Simeon Metaphrastes vorauszusetzen sein, da der ״Metaphrast" wie er gewöhnlich genannt wird, ungefähr im X. Jahrhundert Heiligenlegenden in's Griechische übersetzt hat; daher auch der Name. Daß er aus orientalischen Quellen geschöpft hat, zeigt uns diese Jeremiaslegende. In ihre einzelnen Theile zerlegt, läßt sich für fast jeden derselben die talmudische Quelle oder mindestens frappante Analogie Nachweisen, was ich auch im Laufe dieser Untersuchung thun werde. Bleiben wir inzwischen bei demjenigen Theile stehen, der im Zusammenhang zu stehen scheint, mit den beiden Varianten der ״Choni"Iegende. Das Wesentliche daran ist der siebzig jährige Schlaf, aus dem der Betreffende geweckt wird. Die Uebereinstimmung erstreckt sich hier nicht nur auf die Dauer, sondern sogar auf die genaue Zeitbestimmung. Choni in der jerus. Var. schläft ebenso wie Abimelech von der Tempelzerstörung bis zum Wiederaufbaue des Tempels. In den Feigen klingt der Charub nach,! der nach 70 Jahren Früchte trägt.

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