Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 3 (März 1881)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1881-03-01
- Page
- Seite 135 (sequence 6)
- Language
- German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenlunde. 135 ihre babylonischen Frauen behalten; nur mit jenen sollst du den Jordan überschreiten." Jeremia that ganz rvie ihm der Herr befohlen. Als nun diejenigen Männer, die sich von ihren Frauen nicht scheiden lassen wollten, nach Babylonien zurüäkehrten, wurden sie von den Einwohnern nicht mehr hineingelassen, da sie sagten: ״Ihr seid heimlich von uns fortgezogen und habet uns verlassen, nun denn haben wir geschworen, weder euch noch eure Kinder je wieder aufzunehmen." Als jene diese Worte hörten, zogen sie nach Palästina und gründeten eine eigene Stadt, Namens Samaria, nicht weit von Jerusalem. Jeremia aber zog mit seinem Volke nach Jerusalem, besetzte das Land und sie brachten Opfer neun Tage lang. A:n zehnten Tage opferte Jeremia allein, da fiel er um, seine Seele verließ ihn und nur sem Körper blieb liegen in der Nähe des Altares. Baruch und Abimelech sahen es und fingen an laut zu klagen und zu weinen. Das Volk, st»as sie klagen hörte und Jeremia leblos liegen sah, zerriß seine Kleider, streute sich Asche auf's Haupt und vergoß bittere Thränen der Klage., Als sie aber Alle Vorbereitungen trafen ihn zu beerdigen, erscholl eine Stimme vom Himmel, die da rief: ״Begrabet ihn nicht, denn er ist nicht todt, vielmehr lebt er noch." Wie sie dieses hörten, unterließen sie es weitere Vorbereitungen zu treffen und bewachten den Körper drei Tage lang. Am dritten Tage kam wieder die Seele in den Körper und mit lauter Stimme rief Jeremia dem ganzen Volke zu: ״Lobet und preiset Alle Gott und seinen Sohn Jesus Christus, der uns erlöst, ihn, der das Licht aller Zeiten, das Leben unseres Körpers ist l" Während dem er ihnen von Chri» stus verkündete, rief das ganze Volk: ״Das sind die Worte, die der Prophet Jesaias zu unseren Vätern einst gesprochen, indem er sagte; ,und ich sah den Herrn und mit ihm seinen Sohn', weshalb er auch von ihnen getödtet und mit einer Säge zersägt wurde. Deshalb steinigen wir auch ihn!" Baruch und