Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 3 (März 1881)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1881-03-01
- Page
- Seite 134 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. ihnen, daß sie es ausschreiben sollten und hinzufügen, daß sie Gott bald befreien und nach Jerusalem zurückbringen wird. Morgen ganz früh wird ein Adler kommen, diesen; sollen sie den Brief und einige Feigen an seine Fliigel binden. Baruch that, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte. Am andern Morgen kam der Adler und sie banden ihm den Brief und zehn Feigen um, mit denen er zu Jeremia nach Babylon fliegen sollte und baten zugleich, er möchte ihnen Antwort bringen. Der Adler flog nun nach Babylonien uud ließ sich auf einer Säule außerhalb der Stadt nieder. Und Gott fügte es, daß Jeremia mit dem ganzen Volke hinauskam, um einen Todten zu beerdigen, auf dem Platze, den ihnen Nebukadnezar zu diesem Zwecke angewiesen hatte. Als der Adler den Propheten erblickte, sprach er zu diesem mit menschlicher Stimme und sagte: ״Jeremia! nimm den Brief, den ich dir von Baruch und Abimelech gebracht habe." Jeremia und das ganze Volk, die es hörten, lobten Gott; und als der Adler sich auf den Todten niedergelassen und diesen belebt hatte, wunderte sich das ganze Volk darüber und erkannte, daß es eine göttliche Botschaft sei, die der Adler gebracht hatte. Jeremia, der inzwischen den Brief gelesen hatte, freuete sich über die nahe bevorstehende Befreiung und schrieb ihnen Antwort, worin er all die ausgestandenen Leiden und Mühseligkeiten schilderte. Diesen Brief band er ebenfalls dem Adler um und dieser brachte ihn dem Baruch und Abimelech. Sie lasen ihn, lobten und dankten Gott, daß er sie vor allen diesen Leiden beschützt hatte. Die Feigen gab Jeremia den Kranken und diese genasen in kurzer Zeit. Jetzt waren die siebzig Jahre voll und Gott sprach zu Jeremis: ״Nimm das ganze Volk und ziehe nachts aus Babylonien fort, bjis zum Flusse Jordan, dort wirst du eine Sonderung halten zwischen denjenigen, die babylonische Frauen geheirathet haben und sich von ihnen scheiden wollen, und denjenigen, die