Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 3 (März 1881)
- Article
- Die Fabel in Talmud und Midrasch
- Date
- 1881-03-01
- Page
- Seite 128 (sequence 5)
- Language
- German
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128 Die Fabel in Talmud und Midrasch. ותבא אלת היונה לעת ערב והנה עלה זית טרף כפיה ולמה עלה וירו אלא אמרה היונה לפני הקב״ה רכון בל העולמים יהו טועותימהרין מית וה ונתונים בירך ואל יהו מחוקים ונתונים ביד כשר ורם. Also auch hier ist das וטמאי רהאי טרף weggelassen, dafür aber geht die Frage ולמה עלה וית voran. Hingegen spricht hier die Taube — wie iir der ursprünglichen Fabel des Talmud — v v r Gott, wäyreird sie in der jüngereir Midraschfabel z u N o a ch spricht. Wie viel hat die Fabel dadurch an Schönheit verloreir! Uni ivie viel sinniger ist es, die Taube, wie im Talmub, zu Gott mit ihre Nahrung, und sei es die kümmerlichste, aus seiner gnädigen Valerhand beten zu lassen, als eS sie, wie im Midrasch, zu Noach sagen zu lassen! Das Sagen zu Noach ist ja für die n o ch dazu z urü ck k eh re 11 b e Taube ganz zwecklos, während ihr Beten zu Gott den edelsten Zweck hat. Zieht doch der Talmud nur darum — wie מהרש״א חרושי אגרות zu unserer Stelle in Synhedrin richtig bemerkt — das Mischle 30,6 vorkommcnde הטריפני לחם הקי lieber heran, als das Maleachi S, lo vorkommende ויהי טרף בכיתי oder טרף נתן ליראיו aus Tehillim 1I I, 5, weil die ganze Stelle in Mischle: ראש ועשר אל תתן לי הטריפג׳ לחם הקי ein Gebet desselben In- Haltes ist, wie es die Fabel hat'). Merkwürdig ist, daß im מדרש משלי רבתי das vom Talmud zur Fabel heraugezögeite הטריפני לחם חקי Cap. 30, V. 8 ganz übergaitgeu wird. Hingegen lesen wir daselbst zu Mischle 31,15 ותקם •כעור לילה וחתן טרף לכיתה וחק לנערותיה Folgendes: י) Hier sei an meine in dieser Monatsschrift, Jahrgang 1875, S. 553, dargclegte Ansicht erinnert, dasi wir in den im 30. Kapitel von Mischle - zusammcngetragcncn Zahlengruppen nur Spuren, Ueberreste verlorengegangcner Salomonischer Fabeln zu suchen haben. Nun wurde in der talmudischen Zeit wieder an einen Vers dieses Kapitels eine Fabel geknüpft. Man vergleiche damit, was ich daselbst S. 554—555 sage über: אם ישוך הנחש כלוא לחש ואין יתרון לבעל הלשון Koheleth 10,11.