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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1881-03-01 · Heft 3 (März 1881) · p. Seite 127

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
30 (1881)
Issue
Heft 3 (März 1881)
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1881-03-01
Page
Seite 127 (sequence 4)
Language
German
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Die Fabel in Talmud und Midrasch. 127 gewaltsam entrissene Olivenblatt wieder zurück und verlieh dadurch der Fabel einen recht zahnien, mit dem Wortlaute der Bibel mehr übereinstimmenden Charakter. In solch veränderter Gestalt finden wir sie Bereichith Nabba Cap. 33, Wajikra Nabba Cap. 31 und Schir Haschirim Nabba Cap. 4. Nachdem es dort heißt, die Taube hätte sich das Olivenblatt aus dem Paradiese geholt, sagt an der ersten Stelle ר' אבהו, an den beiden letzten Stellen ר׳ איבז (welche Leseart ich für die richtigere halte): אלו מגן עדן הביאה אומו לא הימה מביאה דבר מעולה או קנטון או סלסמון אלא רמו רמזה לו א״ל לנח מוטב סר מזה. (An den beiden anderen Stellen und Jalkut zur Stelle: מתחת ידו של הקב״ה ולא מתוק מתחת ירך.) Darnach brachte die Taube wohl das Olivenblatt in ihrem Munde; da« mit aber, daß sie gerade das bittere Olivenblatt im Munde brachte, deutete sie die edle Lehre der aufgestellten Fabel an. Durch diese Aenderung wurde aber auch der ursprüngliche Ausgangspunkt der Fabel verrückt- Jetzt bildete nicht mehr das grammatikalisch schwer definirbare טרף, sondern das genau specificirende עלה וי מ den eigentlichen Ansatz zur Fabel. Darum finden wir auch das an den beide» T a l m u d st e llen die Fabel begleitende: וממאי דהאי טרף לישנא דמווני הוא כתיב הכא טרף וכתיב התם הטריפני לחם חקי a n den drei g e n a n nten Midrasch stellen gar nicht. Dasselbe zeigt sich Jalkut Bereschith. Daselbst § 58 finden wir die Fabel in ihrer alten ursprünglichen Gestalt, wie sie der Talmud hat, und es fehlt auch nicht das sie begleitende וממאי דהאי טרף לישנא ונוי. Weiter, § 59, begegnen wir der Fabel in ihrer späteren, veränderten Gestalt, und es fehlt auch schon das וממאי ח־,אי טרף ונר. Man hatte eben nach der an der Fabel vorgenommenen Aende» rung nicht mehr nöthig zu lesen *ץ« für טרף, da ja das specificirende זיזה das eigentliche Vehike) zur Fabelschöpfung lieferte. So lesen wir ausdrücklich Pirke de-Rabbi Elieser, Cap. 23:

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