Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 3 (März 1881)
- Article
- Über yisa
- Date
- 1881-03-01
- Page
- Seite 122 (sequence 10)
- Language
- German
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122 Ueber עיסה. jene überaus scharfe Scheidung und Trennung der Klaffen und Stande nach Geburt und Abstammung begründet und damit der Folgezeit and) Ziel und Richtung gegeben. Was ursprünglich nothwendig und von' guten Folgen war, wurde später eine Quellendes Streites und des heftigen Kampfes; denn der spä-- tere Streit und Kampf der Sekten stand mit diesen nach Geburt und Abstammung gesonderten Ständen in inniger Verbindung. Herodes hätte demnach zugleich einen bedeutenden Akt großer Staatsweisheit geübt, wenn er auch nur in seinem persönlichen Jntereffe und in dem Glauben dadurch seine niedrige Abstamutting vergessen zu machen, wie Afrieanus sagt, die öffentlichen Archive, die Familieuverzeichniffe verbrannt hätte. Dieser Bericht hat viel Wahrscheinlichkeit für sich und hat auch mehrfache Belege, wenn er auch sonst nicht ausdrücklich bestätigt wird *). Von den obigen drei Klaffen hatte die erste die der מיוחסים, allein ein durchaus hohes Interesse an der ununterbrochenen Fortführung des alten Stammregisters, und zwar nicht bloß die Priester und Leviten, sondern auch die Israeliten dieses Standes. ') Schon Sachs in ״Beiträge" rc. weist auf eine Bestätigung dieser Nachricht hin durch de» Talmud Pesachim 62 b מיונם שנגנז ספר ׳וחמק תשש כוחן של חכמי□ וכהה מאור עיניהם. Bielleicht könnte man hier für □מיו das Wort □כיו emendiren. Die Stelle in dem Sinne: am Tage d. h. zur Zeit als das Buch der Familieuverzeichniffe beseitigt wurde, wurde auch die Kraft der Weisen gelähmt und das Licht ihrer Augen verdunkelt, könnte auf die gleichzeitige Verfolgung der Weisen und Synhedriften Hinweisen. Vergl. Baba batra 3 b, Josephus Alterth. XV, 1,1, Graetz Gesch, Bd. 3 p. 212. Das argumentum & silentio bei Josephus, im Allgemeinen ein nicht stichhaltiges Argument, kann hier auch deshalb nicht gegen diese Notiz des Afrieanus in's Treffen geführt werden, weil ja Josephus bekanntlich in seiner Geschichte des Herodes dem Historiker Nikolaos von Damaskus folgte. Dieser Lobredner des Herodes aber, der sogar dessen vornehme israelitische Abstammung bezeugte, hatte ja deshalb allen Grund, einen solchen Bericht zu unterdrücken. Vielleicht mochte auch Josephus durch eine solche Nachricht nicht die öffentlichen Geschlechtsregister, die er wiederholt prahlend als Zeugniß für seine alte adelige Abstammung den Römern gegenüber anführte, verdächtigen.