Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 3 (März 1881)
- Article
- Zur Geschichte der nachexilischen Hohenpriester
- Date
- 1881-03-01
- Page
- Seite 104 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Zur Geschichte der nachexilischen Hohenpriester. seit dem Tode des H.P. Simons des Gerechten, Faden nach Faden zerlegen. Es ist darin Historisches sind Sagenhaftes zusammengewebt. Es ist historisch durchaus richtig und mit klarem Verständnisse erkannt, das; mit dem Tode des nationalgesinnten Königs Agrippa II., des Zeitgenossen Simon Kantheras', die traurige Zeit begann, welche mit der Einäscheriutg Jerusalems und der Verblutung der Nation endete. Der Ueberniuth der in Palästina angesiedelten Griechen und Halbgrieche״ über die judäischen Bewohner, der ans Ingrimm entsprang, weil er während -der Negierung Agrippa's, des Freundes zweier Kaiser, an sich hatte halten müssen, das Bevormundungssystem, die Brutalität und Raublust der Landpsleger, der Tiberius Alexander, CumanuS, Felix und besonders des Gcssius Florus, die von den Zeloten untiberlegt unternommenen Aufstände, der wüste Patriotismus der Sicarier, welche in ihrem Römerhasse Unschuldige wie Schuldige heimlich mit ihren Mordwaffen trafen und die Herzen mit Besorgnis; und Furcht erfüllten, die falschen Propheten und falschen Messiasse, welche die gedrückte Lage des Volkes zu unbesonnenen Besreiungsversnchen benutzten und den Procuratoren Gelegenheit und Vorwand gaben, blutige Excesse zu über», dieses Alles hat in den letzten Jahrzchnden von Agrippa's Tod bis zum Ausbruch der Revolution, welche die unerträgliche Lage zu eigner Nothwendigkeit gemacht hatte, die Gemüther verdüstert. Die Aengstlichen erblickten in jedem ungewöhnlichen Umstände, der sonst unbeachtet geblieben wäre, innerhalb dieser Zeit ein ungünstiges Omen für die Zukunft. Dergleichen Portenta wurden vom Gedächtnisse sestgehallen, übertrieben und mit Ausschmückung überliefert. Die talmudischen Quellen und Josephus zählen eine Reihe dergleichen Erscheinungen auf, welche theils thatsächlich vorgekommen sein mögen, theils der aufgeregten Phantasie ihr Dasein verdankten. Manche klingen geradezu märchenhaft. Josephus zählt nämlich auf: l) Einen schwertähnlichen