Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 30 (1881)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1881)
- Article
- Zur Geschichte der nachexilischen Hohenpriester
- Date
- 1881-02-01
- Page
- Seite 61 (sequence 13)
- Language
- German
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Zur Geschichte der nachexilischen Hohenpriester. 81 Theophilus II. und allenfalls auch der vom Volke während der Nevolution gewählte PH in e as b. Samuel ans Aphta. Wenn Anan b. Anan im Jahre (JO fungirt hat, so kann sein Vater Anan b. Seth, der Begründer des hohenpriesterlichen Hauses Anan oder Chanain (PD כיה), wohl schwerlich noch am Leben gewesen sein, als sein Sohn mit dem Sadducäismus ausgetreten ist. Denn jener wurde von Quirinius nach Einführung des Census in Judäa eingesetzt und fnngirte zwischen 17 und 1ö nachchr. Z. Mag er bei der Wahl noch so jung, etwa 30 Jahre, gewesen sein, so war er im Jahre 00 doch schon ein Achtziger. Der Zug in der talmudischen Relation, daß Anan seinem Vater gegenüber sich seines muthigen AustretenS für das Interesse des Sadducäismus gerühmt habe, ist also wohl ungeschichtlich. Noch ein anderes geschichtliches Factum läßt sich aus diesem Resultate gewinnen. Tie Tosefta Parah führt N. Jochanan b. Sakka'i in Unterredung mit diesem sadducäischen Hohenpriester ein und läßt den letzteren ein Drohwort gegen den ersteren aussprechen (לכשאפנה לך), weil dieser dessen sadducäische Deinonstratiou bei der Fuitktion mit der rothen Kuh gehindert hat (o. S. 57). Die Chronologie stimmt damit recht gut; denn R. Jochanan b. Sakkar galt bereits vor der Tempelzerstöruug als Autorität und hat Manches, was nicht mehr zeitgeinäß ivar, aufgehoben. Unter den pharisäischen Gesetzeslehrern (;7toi 10rö/tov; «״«■ ßtZi), welche beim König Agrippa Beschwerde über Anan wegen seiner saddncäischeu Rücksichtslosigkeit geführt hatten (o. S. 5!1), kann matt sich daher auch R. Jochanan deirken. Er war danrals der Hauptvertreter des PharisäerthttinS. Seine Disputationen mit Sadducäern werden im Talmud öfter angeführt (Baba Batra p. N5d, Menachot p. 6ö rr, Jadaim IV, 6, Toieita Jad. Ende; Megillat Taanitl, 2, V, Ende; VIII,3)stets milder Eitrleitung ב״ז pniנטפל לוע ר' ׳ oder אסר להם. Diese Dispntationen scheinen im Ganzen historisch zu sein und haben wohl