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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-12-01 · Heft 12 (Dezember 1880) · p. Seite 560

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 12 (Dezember 1880)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1880-12-01
Page
Seite 560 (sequence 12)
Language
German
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$60 Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchentunde. dich dem Hause des N. N., des Dieners Gottes, nicht nähern sollst, weder ihm, noch seinem Gute, noch seinem Viehs, noch irgend etwas, was ihm gehört, sondern daß du in die wüsten Berge gehst, wo kein Mensch wohnt; dort sei dein Ansenthalt. Amen." Außer diesen beiden existirt noch eine dritte Parallel« in der rumänischen Volksliteratur, die ganz iibereinstimmt und sich nur dadurch unterscheidet, daß an Stelle des hl. Sisoe der hl. Joseph getreten ist. Sclbstverstündlich weichen auch hier die H> Namen der ״Avestitza" ab. Ich glaube, die Uebereiiistimmnug dieser Sagen mit der zuletzt erwähnten judis.be» läßt kaum elwaS zu wünschen übrig. Daß jede eine speeisisch religiöse Färbung erhält, ist selbstverständlich. Woher nun aber diese Sage? Prof. Hasdeu hat, ohne die jüdischen Parallelen zu kennen, im jüngst erschienenen zweiten Bande seiner ״Cuvente den batrani“ p. '2113 ss. und p. 717 sf. diese rumänischen Sagen und Beschwörungen genau untcrsucht und deren b o q o m i l i s ch e n Ursprung nachgewiescn. Außer diesen rumänischen Versionen existiren nämlich noch eine russische und altslovenische. Wir werden sie der Reihe nach behandeln. In einer ans dem XVII. Jahrh. stammende» rusfischen Handschrift heißt es: In der Nähe des rothen Meeres steht eine Säule aus Stein. Auf dieser Säule sitzt der hl. Apostel S i s r n i e und sieht, wie das Meer bis zu den Wolken arrfgetrieben wird, rrnd ans dem Meere steigen zwölf Jungfrauen mit langen Flechten, die sagen: ״Wir sind die Fieberkraukheiten, Töchter des Herodes." Und der hl. Sisinie fragte: ,Verfluchte Teufel! wozu seied ihr hergekommen?' Jene antworteten: ,Wir sind gekommen, nur das Menschengeschlecht zu quälen; diejenigen Menschen, die spät ansstehen, zu Gott nicht beten, die Feiertage nicht halten und ganz früh am Morgen essen und trinken.' Daraus flehete der hl. Sisinie zn Gott und sprach: ,O Herr! errette das Meuschenge.

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