Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1880)
- Article
- Die Auslegung des Psalmes 36
- Date
- 1880-12-01
- Page
- Seite 537 (sequence 9)
- Language
- German
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Die Auslegung des Psalmes 36. 537 stand angerufen wird, und Gottes darauf bezüglichen Eigenschaften schildert. Mit diesem steht wieder V. 10 in Zusammenhang. Die B.V. 6—7 schildern die unendliche Gerechtigkeit, Gnade und Barmherzigkeit Gottes für die Menschen und die Thierwelt, was durchaus zur Sache gehört. Denn wird Gottes Milde allen Geschöpfen zu Theil, um wie viel mehr sollte sie dem frommen Leidenden zu Gute kommen! B.V. 8—10 bilden eine Steigernng von B.V. 6—7. Der Sänger will aber noch eine andere Berechtigung für die von Gott $11 erwartende Gnade und Gerechtigkeit geltend machen, nämlich die bodenlose Schlechtigkeit und Verst o ck t h e i t derer, welche die frommen Dulder treten und verdrängen. Eine solche Maaßlosigkeit der Sünden könne Gott rtidjl dulden, und müßte z» Gunsten der Verfolgten einschreite». An diese Eigenschaft, das göttliche Mißfallen am Bösen, appellirt der Sänger zuerst, und daher stellt er die Schilderung von dem Verhalten des Frevlers — gewissermaßen Gott zum Trotze — voran. Diesem ist die Sünde süß, die Furcht vor Gott entschwunden, daraus fließen die Consequenzen zum Schaden und zur Gefährdung der Schwachen und Frommen. Der Psalm besteht also aus zweierlei Betrachtungen, I und 2, allerdings in 2 mit der Schlußfolgerung äs minore ad mojem für die Gnadenwaltung für die 'ידעי ה und ישרי לר, wozu auch der Sänger gehört. Aber nicht n e b st d e m die Bitte für diese, sondern damit will der Sänger sein Hauptthema angeben, Nämlich gestützt auf diese beiden Momente fühlt er sich zur Bitte berechtigt. Dieses Dritte ist nicht neb e n h e r angeführt, obwohl ihm nur zwei Verse gewidmet sind, sondern sie ist Ausgangs- und Mittelpunkt des Ganzen. Aber eben weil die Gewährung der Bitte nach dem Vorausgeschickten mit Zuversicht erwartet wird, ist diese knapp gehalten. Wozu bedarf es vieler Worte, wenn Gott selbst vermöge seines Wesens