Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 11 (November 1880)
- Article
- Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im ehemaligen Herzogthum Ostfranken
- Date
- 1880-11-01
- Page
- Seite 508 (sequence 13)
- Language
- German
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508 Ein Beitrag zur Geschichte der Juden vorhandenen Theil des Gestohlenen, so weit dies möglich war, zu restituiren. Nicht ohne Interesse dürften die von der Mitte des 17. bis gegen Ende des 18. Jahrh. andauernden Rechtsstreitigkeiten der Juden des Stifts Bamberg unter sich selbst sein. Viel früher bereits mußten die Juden beim Eintritte einer Sedisvaeanz^ also nach dem Tode eines Fürstbischofs ihren Schutz von Neuem erkaufen. Um die Mitte des 17. Jahrh. mag diese Abgabe eine ungewöhnlich große gewesen sein; im Würzburg'schen betrug sie im Jahre 1673 nicht weniger als 2700 Ducaten 1). Es war nun in den fünfziger Jahren des 16. Jahrh., als die ritterschaftlichen Juden des Stifts Bamberg sich weigerten, an dieser Zahlungsleistung zu participiren. Ein am 29. Aab £15 nach jüd. kl. Jahreszahl Q1655 n. gew. Zeitrechnung) abgehaltener Deputirten-Convent der fürstbischöflichen, adeligen und klösterlichen Juden entscheideta), daß in der Folge diese Summe in der Weise zusammengeschlagen werde, daß die eine Hälfte von den fürstbisch, und Domcapiteljuden bezahlt, die zweite Hälfte aber in Drittel zerlegt werde. Von diesen Dritteln haben die adeligen und klösterlichen Juden das Eine zu tragen, während die anderen 2 Drittel auf sämmtliche Haushaltungen resp. Köpfe ausgeschlagen werden sollen. Unterschrieben sind 11 Deputirte: Menachem der Sohn Israel, Jsocher der Sohn Urri, Jsocher der!) Vgl. Fries, Chronik, ed. Bon. Bauer S. 317. *) Das war eine Versammlung der Vorstände. Eine Rabbmerversammiung hatte bereits 1617 in Donauwörth Statt, woselbst über den von Kaiser Mathias verlangten Krönungs- und Weihnachtsguloen verhaubeit wurde. Zwei Bevollmächtigte des H. Mathias (Johann Ulrich und Dr. jur. Barthelm Köttner) versandten Zirkuläre an die ״erbaren Rabbinen in dem löbl. frank. Kraiß sizendt" und luden diese dahin. Johann Christoph, Bischof zu Eichstätt fragt sofort vertraulich bei Bisch. Julius an, wie er sich zu verhalten gedenke gegenüber dieser Frage. Auch die Juden zu Herrieden hätten ein solches Zircular erhalten. Actenst. im kgl. Kr.-Arch. Würzburg.