Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 11 (November 1880)
- Article
- Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im ehemaligen Herzogthum Ostfranken
- Date
- 1880-11-01
- Page
- Seite 507 (sequence 12)
- Language
- German
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im clieinaligcn Herzogthum vstfraiiten. r>07 v. Castell, der sich darauf stützte, daß er über den größten Theil des Dorfes Herr sei, und daß sich die Juden durchaus nicht so benehmen wie vorgegeben wird, wurde mit der Klage abgewiesen. Trotzdem kam es zu keiner Ausweisung, vielmehr zogen die Inden es vor, unter den sie umgebenden Verhältnissen, freiwillig den Ort zu verlassen. Außer der Synagoge und ״hohe schuel" (Jeschiwa) läßt der vorkommende große Friedhof der Juden schließen, daß sie dort sehr zahlreich wohnte». Außer Nödelsee waren auch Forchheim und Cronach größere jüdische Gemeinden im Bisthum Bamberg. Die Geschichte der Juden Cronachs schließt eine Episode in sich, die unglaubwürdig schiene, falls sie nicht actenmäßig verbürgt märe. Am 2t. Mai des Jahres 1700 war in Cronach eine Judenplünderung, der das gesannnte bewegliche Vermögen der Juden zu in Opser siel. Die bamberger Regierung ließ eine strenge Untersuchung einleiten; einige Rädelsführer wurden bestraft; doch gelang es nicht, die gestohlenen Gegenstände aufzusinde». Im Jahre 17-10 nun starb der Pfarrer Johann Heinrich Höhn zu Graitz. Er hinterließ ein bedeutendes Vermögen, mit dem er jedoch» uur seine rechten Geschwister bedachte. Ein Stiefbruder des Verstorbenen, bei Nürnberg wohnhaft, gab nun Aufschluß über die Verlassenschast desselben. Nach» der erwähnten Juden- Verfolgung ließ der Vater des verstorbenen Pfarrers durch ihn (bcn Deponenten) eine Kotze mit gestohlenen Gegenständen zum Pfarrer tragen, die dieser in seinen» Zimmer vergrub. Unter den verborgenen Gegenstände»» befand sich eine silberne Kette, die dein Pfarrer zweimal um den Leib ging, 2 goldene Schlaugenringe, 3 silberne Niilge, ein Klumpen Gold u. s. w. Die sofort eingeleitete Untersuchung ergab die volle Richtigkeit dieser Angabe; 2 Schivestern des Verstarbe»»en bestätigten sie in ihrem Verhör ebenfalls. Da Vater und Sohn bereits mit den» Tode abgegangen »varen, so mußte man sich damit begnügen, den noch