Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 11 (November 1880)
- Article
- Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im ehemaligen Herzogthum Ostfranken
- Date
- 1880-11-01
- Page
- Seite 499 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829528-2829540-2872445--19865-2872474- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
im ehemaligen Herzogthum Oftfranken. 499 WürzbnrgS. Am 23. Mai 1727 wird die Wahl des Jacob Löw zum Landesoberrabbiner bischöflicherseitS bestätigt. Am 10. Aug. 1742 bestätigt Friedrich Karl den von sämmtlichen Vorgängern der hochstiftl. Judenschaft per Vota, majora gewählten Rabbiner Löw Baruch Kohlt. Jin Jahre l 706 ') war die LandeSoberrab« binerstelle vacant. Ein bischöfl. Decret ordnet die Wahl aus den 22. Juli desselben Jahres an. Diese fällt auf den Frank» furter Unterrabbiner Abraham Bing. Am 10. Sept. erstatten die Judetl Bericht an die bischöfl. Kanzlei über das Resultat der Wahl und bitten um baldige Bestätigung, nachdem der Posten schoil lange vacant und nothwendig besetzt werden müsse. Schon am 12. Sept. traf das zu Leitshöchheiiil ansgefertigte, zustimmende Decret ein. Dem Rabbi Abraham Bing folgte im Amte der vor 2 Jahren heiingegangene Rabbi Seeligmann Bär Bambergcr, deil auch der Verfasser dieser Zeilen zu seinen Lehrern zählte. Außer den Nabbinen sind noch die hervorragendsten jüdischen Hoflieferanten des Stifts Wnrzburg zu erwähnen. Mit ihnen sei dann unsere Skizze über das Bisthum Würzburg geschloffen. Die ersten, in Urkunden vorkommenden und vom Bischof offiziell ernannten Hof-Factors sind Seligmairn Jakob zu Haßfurt und Israel Seligmann zu Heidingsfeld. Diese erhalteir am 22. April 1726 behufs freier Ausübung ihres Amtes folgenden Schutzbrief: Von Gottes Gnaden Christoph Frantz des Heiligen Römischell Reichs Fürst Bischofs zu Würtzburg und Hertzog zu Francken. Nachdem e unsere Hof-Factors und Militz-Lieferallten Seelig- ') Außer den hier aufgczahlten Rabbinen wirkten noch andere in Heidingsfcld, jedoch nur für kurze Zeit. Es empfiehlt sich nicht, des Unfriedens zu erwähnen, der zeitweiten zwischen Gemeinde und Rabbiner herrschte. Manche der von mir gesehenen Berichte hierüber sind sehr unerquicklichen Inhalts. Der Ausdruck ״Gemeinde" ist hier in seinem weiteren Sinne zu fasten: der Unfriede bestand eben zwischen dem Rabbiner und dem zu einem Rabbinate verschmolzenen Gemeinde» des Hochstifts. 32*