Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 11 (November 1880)
- Article
- Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im ehemaligen Herzogthum Ostfranken
- Date
- 1880-11-01
- Page
- Seite 498 (sequence 3)
- Language
- German
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4 U8 Ein Beitrag zur Geschichte der Juden Homburg und Hans Müller zu Karlstadt. Der Bischof erfährt, daß v. Grumbach diese Zielfristen gekauft und verfügt Beschlagnähme derselben. Dabei stützt er sich auf die von ihm und sei» neu Borgängern etlaffcueu Verbote, mit Juden (Sontracte zu schließen. Zwar erlangte v. Grainbach ein kaiserliches Mandat, welä-es die Aufhebung des Arrestes befahl, allein der Bischof nahm sich einen Anwalt (Heinrich Stcmlei* Dr.) und das Kammergericht, vor welches die Frage gebracht wurde, entschied zu Gunsten des Bischofs י). Mit der Negierungszeit des Fürstbischofs Julius schließt die für die Geschichte der Juden des Bisthums Würzburg wichtigste Epoche. Ihre Geschichte nimmt von da au eine von nur wenigen und nachhaltslosen Zwischensälleu unterbrochene Einförmigkeit an, die bis jum Heimfall des Bisthums an die Krone Baierus dauert. Nur einiger unter fürstblschöslicheln Regime iustallirter Landesoberrabbiner woilelt wir hier noch erwähnen^). Ter Sitz des Oberrabbiuats der »vürzburgischen Juden war seit Anfang des \b. Jahrh. in Heidingsseld, einem kleinen, aber von Juden stark bevölkertem Orte in der unmittelbaren Nahe Die Erneuerung, bez. Ertheilung eines solchen Dekrets tostet der Judenschuft 20 Ducaten. Im Jahre H40 durste des Mißwuchses lvegen der ״gemeine Jud" nur 1—I Va und der vermögende höchstens 2 Fuder Koschermost machen; 1748 sind sie im Weinhandel unbeschrankt. Diese Decrete gehen durch die Hände der Juden-Amtmänner. Auch Inden-Botten finden wir, die den Amtmännern beigegeben waren. Tie jüdischen Gemeindediener werden so oft fie Vorkommen .,Schulclopsser" genannt. ') Die Acten sind zu umfangreich, um hier auf den Prozeß näher eingehen zu können. י) Die vielen, zwischen der Ortsgemeinde und den Juden zu Hammelbürg vorgekommenen Streitfragen übergehe ich, da dieselben von durchaus unwesentlicher Bedeutung. Auch gehörte Hammelburg bis auf die neueste Zeit zur Abtei Fulda und liegt somit außerhalb unserer Betrachtung. Dasselbe gilt von dem zwischen Bürgern und der Judenschaft des Ortes Geroda bestandenem Streite wegen Entfernung der errichteten Schlagbäume (Eruw).