Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1880)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1880-10-01
- Page
- Seite 476 (sequence 5)
- Language
- German
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176 Beiträne zur vcrglkickiendcn Sagen- und Märchenkunde. von diesem freundlichen Umgänge mit dem Affen und stellt sich krank, als der Gatte nach langer Abwesenheit wieder nach Hause kömmt. Da sie alle seine Fragen, nach der Ursache ihrer Krankheit unbeantwortet läßt, erklärt ihm eine von ihren Freu»- binnen: ״es sei eine nur den Frauen bekannte Krankheit, und könne nur durch ein Assen Herz geheilt werden." Nach laugem Zögern und mit großem Widerstreben, da er den Freund nicht gern betrügen möchte, entschließt sich der Gatte und kommt zum Affen, den er unter dem Vorwände, er möchte ihn zu seiner Frau und seinen Kindern führen, denn nur so werde echte Freundschaft besiegelt, wenn man den Freund in das Haus des Freundes führt, verlockt, auf seinen Nucken zu steigen, um sich in ' s Wasser zu begeben. Da fürchtete sich die Schildkröte, weil sie ihren Freund in'S Verderben brachte und ward in ihre» Gedanken zweifelhaft und unschlüssig. Der Affe fragte sie - ״Warum hat sich dein Benetzmen verändert?" Die Schildkröte antwortete: ״Bruder, weshalb soll ich es dir verhehlen? Meine Gattin ist krank und kann nur durch das Herz eines Assen geheilt werden." Da erwiederte ihr der Affe und sprach: ״Warum hast du mir dies nicht schon früher mitg et heilt, damit ich mein Herz m itbr ingen konnte?" Die Schildkröte fragte: ״Wo ist jetzt dein Herz?" Der Affe a n t w 011 e t e: ״Als ich von Hause wegging, ließ ich es daselbst." Die Schildkröte fragte: ״Warum lreßest du es zur ück?״ Der Affe antwortete. ״Tie Sache verhält sich so: Wir Assen haben die Gewohnheit, daß wir unser Herz nicht mitnehmen, wenn wir unser Haus verlassen. Wenn du eS aber wünschest, so will ich hingehen und es dir bringen."