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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-10-01 · Heft 10 (Oktober 1880) · p. Seite 466

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 10 (Oktober 1880)
Article
Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im ehemaligen Herzogthum Ostfranken
Date
1880-10-01
Page
Seite 466 (sequence 15)
Language
German
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40t» Ei» Beilrag zur Geschichte der Juden Judeneingeht. Bischof Julius Echter von Mespelbrunn ist eine phänomenale Erscheinung seiner Zeit; wie selten vereinigten sich in diesem Kirchensürsten Energie, Geistesgröße mrd Pflichtbewußtsein. Aber auch derStister einer der erste» deutschen Univer- »täten zeugte für die Unvollkonlmenheit menschlichen Seins: über die Heiligkeit des Zweckes übersah Julius nur zu oft den Charakter der Mittel. Sofort nachdem er Bischof geworden, ordnete er die strengste Haildhabung der früher ergailgenen Juden-Decrete an *). Kaiser Maximilian, der hiervon Kenntniß erhält, schreibt am 17. April 1075 an den neugewählten Bischof: Er habe sicherlich unter den Arten seines Vorgängers mehrere Briefe gesunden, die er (der Kaiser) betr. der Judeir an diesen geschrieden. Trotzdem höre er von vielen Gewaltacten, die an den Inden verübt werden. So sollen namentlich die Geleitgelder ungebührlich hoch fein. Es ergehe daher sein ernstlicher Befehl, sämmtliche Mandola und Pubükationen, die der Bisch, bisher zu Ungunsten der Juden erlassen, zurückzunehmen und außer Kraft zu setze». Des heiligen Reichs Constitutionen gewährten den Juden Rechte und Privilegien, die der Bisch, nicht brechen dürse. Auch der Anrechte des Adels auf die in seinen Gebieten wohnenden Juden gedenkt das Schreiben. Sollte der Bisch, hingegen etwas ״Ernstliches" einzuwenden haben, so möge er dies dem Kaiser gegenüber thun. Noch ehe auf dieses Schreiben von Seite des Bisch, eine Antwort erfolgte, kam ein zweites Schreiben von! Kaiser, dem auch eine Beschwerdeschrift des Adels beigelegt war. I» dieser Beschwerdeschrist führt der Adel Klage darüber, daß der jetzige Bischof all« vom Kaiser zu Gunsten der Juden erlassenen Befehle ignorire. Selbst Schulden, die die Juden auf guten Schein und ohne jeden Zins ausstehen haben, *l in div. form. libr. unico Julii f. 30. in div. form. Julii f. 48. ibid. 1. 40.

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