Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1880)
- Article
- Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im ehemaligen Herzogthum Ostfranken
- Date
- 1880-10-01
- Page
- Seite 465 (sequence 14)
- Language
- German
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im ehemaligen Herzogthum vstsranlen. 4SS len, sollen ״stracks vff -er Landstrosieu" gehen und gelbe Ringe tragen, wer dies unterläßt, sei mit Leib und Gut dem Bisch, verfallen* *). Nun aber erheben die Nilterhauptinannschafren, deren Interesse mit den» der Juden enge verknüpft ist, ihre Stimme. In einer Eingabe an den mittlerweile aus den Thr>n gelangten Kaiser Maximilian protestirte die Ritterschaft Frankens feierlichst gegeir die vom Würzburger Fürstbischof erlassenen Juden-Mandata. Sie protestirt im Namen ihrer von ihren Ahnen ererbten Freiheiten, und protestirt im Namen der Juden selbst, deren oft verbrieften und beschwomen Rechte nicht geschmälert werden dürften. Auf di« am l5. Juli abgegangene Beschwerdeschrift antwortet Maximilian am 7. August, indem er den Bijchos zu genauer Berichterstattung über sein den Juden gegenüber beobachtetes Verfahren auffordert. Die vom Bisch, daraufhin abgegebene Erklärung geniigt dem Kaiser nicht und er gebietet Außerkraftsetzung der Juden-Mandata. Jndeß bewirkten die zwischen dem Kaiser und Bisch. Friedrich geführten Verhandlungen keinerlei Annullimng oder Milderung -er Mandata, vielinehr bilden diese Verhandlungen des Ausgangspunkt einer Jahrzehnte langen Controverse, die an Bedeutung nur noch gewarnt, als derjenige der sie inaugurirte, Bisch. Friedrich mit dem Tode abging und Julius Echter von Mespelbrunn den Würzburger Fürstbischofsstuhl bestieg •). Unsere Ausgabe kann es hier nicht sein, Leben und Thaten dieses Mannes zu beschreiben; doch einige Bemerkungen über ihn sind nothwendig, ehe man auf seine Stellungnahme zu den •) Dccret von Samstag nach Invocavit, 1561. *) Mein über Bisch. Julius gebrauchtes Material befindet sich im kgl. Kr.-Arch. Würzburg. Zum weit größten Theil unter der Rubrik ״Landmandatenordnung." Dr. Himmelstein in seiner mehrgenannten Schrift übergeht diese» Fürstbischof mit Stillschweigen.