Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1880)
- Article
- Ein Beitrag zur Geschichte der Juden im ehemaligen Herzogthum Ostfranken
- Date
- 1880-10-01
- Page
- Seite 463 (sequence 12)
- Language
- German
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im ehemalige» Herzozthnn» Oftfr-antcn. •16.? ergeht an die Beamten des Hochstists die strenge Weisung, keine Inden zu dulden. ES sei dem Bisch. zu Ohren gekommen, dab diese trotz der erlassenen mehrfachen Verbote ״auf gestohlen gut, aus weiit vnd getraide" Geld leihen. Die Amtmänner werden demnach angewiesen eine genaue 'Zusammenstellung aller Indenschulden zu machen uilter der Angabe, wie viel Zinsen für jeden Posten bezahlt »׳erden mühten. Zahlen möge kein Schuldner, wie man ihnen (den Juden) überhaupt nicht zu ihre!» Rechte verhelfen soll. Fremde Durchreisende »lögen beherbergt werden, aber ״off zimblich bejaluiuj." Gegen diesen Befehl handelnde Amtslente zahlen tu Gulden Strafe. Zn ei»eu> Erlast vom Jahre 1.0d7 verbietet Konrad auch das Beherbergen der Inden ') jedoch wird diese letztere Verordnung bald aufgehoben und bestunml, vast der fremde Jude, sobald er seinen Aufenthalt beim Hofschllltheisten angezeigt, für einen Schilling in der Stadl übernachten dürfe*). Mittlerweile werden mehrere jüd. Familien auf Lebensdauer in Schlitz genoilnnen und ihnen ein Wohnsitz angezeigt. Jnlerrefsanl ist die Jnschutznahnre eines ״Juden Baruch." Dieser neinlich war Goldschiitied von Beruf und erhielt gleich feinem Vater die Erlaubniß, in Stadtjchmarzach zu wohnen. Er verspricht, nur seinem Handioerke zu leben und mit fremden Juden nicht zu verkehren. Sollte es den» Bisch, gefallen, ihn aus Stadlschivarzach zu ״versetzen," jo wolle er sich fügen. Ueberhaupt verspricht er unbedingten Gehorsam •). Die Regierungszeit Melchiors bietet nun nichts, was für unsere Ausgäbe irgendwie von Belang wäre *). Die Lage der Juden be- ') in I. div. form. Conr. f. 52. *) in II. div. form. Conr. f. -iS. *) in II. div. form. Cour. f. 28. Gröbere Gemeinden scheinen in Ge« rolzhofen, Schwanfeld und anderen Dörfsern gewesen >u sein. Doch hat man hier teineswegs an «ine Gemeinde von über 10 Familien zu denken. 4) Eiwühnenswerth ist aus der Zeit Melchiors ein nichtjüdischer Wu-