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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-10-01 · Heft 10 (Oktober 1880) · p. Seite 437

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 10 (Oktober 1880)
Article
Die alten jüdischen Katakombeninschriften in Süditalien
Date
1880-10-01
Page
Seite 437 (sequence 5)
Language
German
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Die alten jüdischen Kataksmbeninschriflen in Süditalien. 437 das als magna Graecia galt, hat sich die griechische Sprache trotz der Nömerherrschaft lange behauptet, und nur allmälig ist hier das Lateinische einqedrungen. Außerdem haben die Juden selbst in Nom sich der griechischen Sprache bedient, wie die Epitaphien erweisen, welche meistens in griechischer Sprache vorkommen '). Der Grund liegt darin, daß die in Italien eingewanderten Juden aus griechisch redenden Ländergebieten kamen, daher unter einander in dieser Sprache verkehren und conservativ, wie die Juden meistens i» ihrer Sprache sind, das Griechische lange beibehalten und daher auch bei Grabinschriften gebraucht haben. Selbst rein lateinische Epitaphien haben noch hin uiib wieder den Scheidegruß zun» Schluß griechisch: ׳<’•׳ tlQqvft H xoifujcts (xi,nov oder <n׳n*s• (vgl. bei Schürer Nr. II, 19, 25). Das Griechische als Sprach« ihrer Vorfahren galt den späteren Geschlechter» heiliger als die neuangeeignete lateinische, wie die in Polen wohnenden Juden sich von dem Deutschen nicht los machen können und sich dessen lieber bei religiösen Anlässen bedienen, als der Landessprache. Die lateinischen Epitaphien hinwiederum müssen älter als die rein hebräischen sein. In den jüdischen Inschriften in der Nähe Roms kommt nur höchst selten ein hebräisches Wort vor. Die einge>vanderten Juden aus Alexattdrien, Kleitiasien oder Griechenland waren nämlich zumeist Jgnoranteil, Geschäfts» leute, Kaufherrei», Steuerpächter oder Makler, welche des Hebräischeu wenig kundig waren. Es ist daher eine falsche Annahme von Renan, daß die europäischen Juden ihre Inschriften zuerst hebräisch stylisirt hätten (Revue ArcMoIogique II p. 343). Die Epitaphien ergeben das Gegentheil. Da sich nun auf den süditalisch-jüdischen Katakomben auch hebräische Epitaphien sinden, so müssen diese aus einer späteren Zeit als die griechischen ') Unter den jetzt bekannt gewordenen römisch-jüdischen Epitaphien sind nur 6 lateinische gegen 32 griechische.

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