Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 9 (September 1880)
- Article
- Shylock in der Sage, im Drama und in der Geschichte
- Date
- 1880-09-01
- Page
- Seite 402 (sequence 18)
- Language
- German
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402 Shylock in her Sage, im Drama und in der Geschichte. interessanten Triaden gehascht. Der erste Einwand ist durchaus nicht von Belang. Denn die Erzählung von dem Pfunde Fleisch von ihrem Ursprünge bis zu ihrer dramatischen Darstellung kennt lediglich die Verpfändung desselben für ein Darlehn, und dergleichen kann nur eine Fiktion sein. Denn selbst in Verlegenheit und Geldnoth wäre es thöricht, von einem Schuldner eine solche Bedingung anzunehmen, oder gar anzubieten, da ein solcher überhaupt keine Gewißheit hat, Zahlung leisten zu können. Um so weniger wird ein solcher die Fleischverpsändung entgehen, wenn sein Gläubiger sein Feind ist, wie es in einigen Versionen dargestellt ist. Dagegen für eine Wette einen solchen Vorschlag zu machen, liegt durchaus nicht außer dem Bereich der Wahrscheinlichkeit bei rechthaberischen oder cholerischen Personen. Leti selbst giebt richtig die Art an, wie Ceneda diese tolle Wette eingehen konnte: ״ES giebt Wetten, die von solchen gemacht zu werden pflegen, welche eigensinnig auf ihrer Behauptung beharren, nämlich: ich verwette meinen Kopf oder ich verwette meine Hand." Auch der Untstand spricht für die Historicität der Erzählung, daß Ceneda diese tolle Wette nicht mit ruhiger Ueberlegung vorgeschlagen hat, sondern daß sie ihm nur entfahren sei'). Die Verpfändung eines Theiles seines Leibes für eine Schuld kann nur eine Fiktion sein, dagegen eine Wette um dergleichen kann ein geschichtliches Vorkommuitz sein. Der andere Einwand ist »och weniger stichhaltig. Wenn Leti'S Geschichtserzählung überhaupt so belegt wäre wie diese Darstellung, so könnte sie kein Verdacht treffen. Er erzählt von einem Vorfälle im Leben des Papstes Sixtus, welcher in Rom *) Das. p. 147 Ceneda si laacio scapar di bocca la parola: acometto une littra di carne . . . che questo non e vero, che per dire 1 vero sono acomesse che eoglicono farai da quei, che 80n duri nel loro sen־ timento, 8i7fe: »acometto la mia testa, acometto una m&no,* e caai I,