Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 8 (August 1880)
- Article
- Shylock in der Sage, im Drama und in der Geschichte
- Date
- 1880-08-01
- Page
- Seite 351 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2829132-2829528-2829537-2872268--19701-2872296- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Shylock in der 60(10, im Drama und in der Geschichte. Scheine verlangt er nur ein solches Pfand, um einen Scherz * Ir für muffige Zungen zu niachen. No penny for the loane of it. For one yeare you sliall pay; t i Hut w:* will have a merry jeast, For to de talked l<jr$ : And tliis sliall be the forfeyture, 01' your owne llesli a pound. Warum verleugnet hier der Filz seine Natur? Aus Haß gegen den Christen? Die Ballade deutet es nicht an. Aber der Ministrcl beabsichtigte damit eine viel vernünftigere Moralisation, als sie in den Erzählnitgeit in den Gesta gegeben zu werden pflegen, eine zeitgemäße unb recht praktische Moralisation. Es gab zu seiner Zeit in England blutsaugende, hartherzige Wucherer unter Christen. Gegen solche christliche Wucherer und Blutsauger ist die Pointe der Ballade gerichtet; diese wollte der Ministrel schildern, aber der Jude mußte dazu herhalten: Good people, tliat doe lieare tliis song, For trnth J dare well day, Tliat. many a \v 1־ e t. c 11 a 8 i 11 a s h e e, D0tli live now at t, 11 is day Froni wliome the Lord deliver me, And every Christian too, Der Geiz ist also durchaus nicht eine inhärirende häßliche Eigenschaft an Gernutns oder Shylock; sie verträgt sich gar nicht mit der andern, welche ihn zur Befriedigung des Hasses "der der Rache Hunderte oder Tausende hinwerfe» läßt um ein Stück