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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-08-01 · Heft 8 (August 1880) · p. Seite 346

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 8 (August 1880)
Article
Shylock in der Sage, im Drama und in der Geschichte
Date
1880-08-01
Page
Seite 346 (sequence 10)
Language
German
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310 Shylock i» bi'v €aflc, im Drama und in der Geschichte. in dem Juden die inkarnirte Lieblosigkeit und Uninenschlichkeit zn erblicken. t Aus der schlichten Erzähl»,lg in dem Roman DolopathoS und in den verschiedenen Versionen der Gesta hc t rin italienischer Novellist einen interessante» Roman zur Ergößlichkeit des Hofes gemacht. G i o v a 1» n i F i o r e u t i n o l) rt unter seinen fünfzig Novellen die Geschichte von der Verpfändung des Fleisches in epischer Breite und mit besserer Molivirung verarbeitet, in der NoveUensaminlung Pe coro ne. Zur besser» logischen Motivirung hat er zuerst e. en Juden hincingezoge! und diesem die gehässige Nolle zugetheilt, ans dem verpfändeten Fleisch,msschnitt hartnäckig zu bestehen. Giovanni Fiorenlii o ist der erste moralische Urheber aller gehässige» Consegnenzen gegen die Inden, welche aus dieser Erzählung gezogen wurden Das von ihm reich verzierte Grundgewebe lä'zt die Entlehn>l>rg deutlich erkennen. Der Adoptivsohn eines steinreichen veuetianischen Kailfmaunes, Namens G i a 1! c 11 o, unternimmt rnehr ans Reiselust als ans Gewinnsucht eine Seereise von Venedig nach dem Orient, wird aber davon abgelenlt, und in einem Hasenplaye B e l »r o u t e fcstgel,alten, um eine vornehme und schöne Wittwe anszusuchen, welche viel von sich reden machte. Sie pflegte große Herren in ihre Nähe zu locken mit der Aus sicht, demjenigen Hand und Herrschaft zu vergeben, der ihr SinneSbefriedie ung gewähren würde, widrigensaltö aber die Freier Hab und Gut ihr z>l überlassen und leer abzuziehen, sich verpflichtell mußten. Wir mehrere Vorganger verliert Gianetto zweimal die Wette und sein: reiche Schiffsladung, da die Herrin voll Belinmtte ihm vorher einen Schlaft r u »k beibringt. Um so »lehr reizt es ihn, das drit^ Mat deil Nersuch z»l machen, um die Liebe des räthselhaften Weites zu eroberil. Aber durch den zweimaligen Verlust ist das Vermögen seiiteS Adoptivvaters, Stamenü A u s a l d o, so rcducirt. daß er, um das Schiss zur Fahrt für den geliebte» Adoptivsohn auSzurüsteu, eine Anleihe

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