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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-08-01 · Heft 8 (August 1880) · p. Seite 344

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 8 (August 1880)
Article
Shylock in der Sage, im Drama und in der Geschichte
Date
1880-08-01
Page
Seite 344 (sequence 8)
Language
German
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344 Ehqlvck in der Sage, im Drama und in der Geschichte. ES giebi übrigens noch «ine andere Version von dieser Geschichte, die aus einem in England geschriebenen Manuskript ans dem vierzehnten Jahrhundert stammt. Der Inhalt ist folgender: Von zwei vermögenden Brüdern in Dänemark wurde der Jüngere durch Verschwendung arm, und um den Schein der Wohlhabenheit zu erhalten und Gastfreundschaft zu bethätigen, mußte er den wohlhabenden Bruder um eur Dar« lehn angehen. Dieser, hartherzig, gewährte >׳« ihn: nur unter der Bedingung, daß er bei unterbliebener Zahlung ermächtigt sei, eine Handbreite Fleisch vom Herzen oder Haupte des verarmten Bruders auszuschneiden. Nach der Verfallszeit besteht der Ein« ans seinem Pfände, und der König verurtheilt den Andereu nach der Strenge des Gesetzes zur Zahlung mit seinem Fleische. Das Volk hat aber Mitleid mit dem Unglücklichen und < benachrichtigt den Königsohn von dem grausamen Urtheil, und dieser, milder gesinnt, läßt sich den Verurtheilten durch Blut als seinen Vasallen verschreibe». Nach diesem Vertrage spricht der Königssohn zu dem grausamen Bruder: ״Ninrin nun dein Fleisch, wo es dir gefällt» da aber das Blut mir gehört, so bist du des Todes, wenn du nur das Geringste davon vergießest י)." Mit Recht hält Simrock '1 diese Darstellung für alt. Sie ist gewiß noch älter als die Erzählung in den Gesta, da unter Brüdern diese Art von Pfandforderung im hohen Grade empörend und auch durch nichts motivirt ist. Auch erscheint die Dazwrschenkunft des Königssohues als ein Deus ex machina. In den anderen Versionen dagegen ist das Eingreifen der Schönen oder der Kaisertochter in die Handlung in der Sache selbst be« gründet. De!» Ursprung dieser vielfach modisicirten Erzählung ') Thomas Wright, tatin atoriee II p. 279 sg. *) Die Quellen des Shakespeare in Novellen, Märchen und Sagen I S. 241.

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