Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 8 (August 1880)
- Article
- Shylock in der Sage, im Drama und in der Geschichte
- Date
- 1880-08-01
- Page
- Seite 343 (sequence 7)
- Language
- German
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Shylock in her <£,1(!c, im Drama imb in b»׳t Geschichte. 343 I» den deutschen Oestu, wo diese Le;,ende in den Nebenumstände» ein wenig abweichend lalltet, ist die Schone, welche dieselbe Sprödigkeit anwendet, um mit der nicht ganz züchtigen Wette den Bewerbern ihr Vermögen abzngewninen, die Tochter des Kaisers L u c i u s. Um sie zu gewinnen, muß auch hier der Nitter ein Darlehn anfnehmen, und der Gläubiger läßt sich von ihm ein Stück Fleisch von seinem Leibe, wo er es nur haben wolle, verschreibe». Die Entscheidung aus dein Munde der verkleide« ten Kaisertochter lautet auch hier, zu de»! hartherzigen Kaufmann geweildct: ״Du mußt es so machen, daß du sein Blut nicht vergießest. So du aber doch sein Blut vergießen wirst, so wird billig erkannt, ivas du ihur dafür schuldig bist')." — Die Erzählung itt den lateinischen GesvK weicht nur wenig voi, der deutschen Fassuilg ad. In dieser lautet die Schuldverschreibuitg, daß es dem Kailsmann gestattet sei, nach der Verfallszeit so viel von dem Fleische des Schuldners ailszuschneideu, als das Gewicht des Darlehns von 1000 Mark beträgt*). In allen diese» drei Versionen ist die Fleischverpfäudung durch nichts motivirt. Nur in der deutschen Version ist die Motivirung allenfalls schwach angedeutet. Der Ka>rs>nann bietet das Geld an, weil er sich seines Zornes geg e n den N i t t e r abthnu ivollte *). k0|1c not thy <lay ,11' payment, liit sliallc >! be 1«fülle to mc for to dra’.v aivcy alle the fl cs 11 «f 111 i >1 >> >1 y to» the b 0 11(1, with a tdiai'ji swertle. י) Bei Gräsie, Oosta Romanorinii, das älteste Mährchen und Legendenbuch des christlichen Mittelalters II. Hülste, zehnte Erzählung, von dem Kaiser Lucio S. 103 fg. *) Oeslerlci) j׳osta Uoinanoruni N. 105. Obviavit (miles) uuo luoreatori ot ait ei: Domino, potes milii 1000 marcU (lorinis commendare in noccssitudineV Qui ait: quani socuritatotn mihi pvaostabis? Et ill« : Quidiiuid vis. Cni mercator: volo ut chartam de proprio saiitfuine tun faccias sub tuo sigillo, quoid . . . potostatem habeain tantuin de carnibna tuis »(ändere . . . ubicun110!׳ mihi placoat. ita tarnen quod earnes tue p e c u u i a m m e a 111 ponderent. -) Bei GrÜsse a. a. O. S. l«0.