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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-08-01 · Heft 8 (August 1880) · p. Seite 342

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 8 (August 1880)
Article
Shylock in der Sage, im Drama und in der Geschichte
Date
1880-08-01
Page
Seite 342 (sequence 6)
Language
German
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342 Shyloä in der Sage, im Drama und in der Geschichte. ten Jahrhunderts. — Jsolirt, ohne Verbindung mit den langen Erzählungen im DolopathoS kommt diese Legende ganz so vor in einer deutschen Erzählung in Prosa, mit nur geringer Ab. weichung. Auch irr dieser gewährt ei» ,,B ü r g e r" einem Ritter zu demselben Zwecke ein Darlehn unter derselben Bedingung, ein Stück Fleisch bei Uebcrschreitung der Frist auszuschneiden, und zwar ebenfalls aus Rachegefühl, weil der Ritter ihm im Zorne ein Bein abgehauen * *). Höchstwahrscheinlich ist die abweichende Darstellung in anderen drei Versionen in der Erzählung der Sammlung der Gesta Romanoruin ebenfalls dem französischen Romane entlehnt. In diesem ist der Gläubiger ein Kaufmann und steht in keinem Verhältniß zum Ritter; dieser hat jenen» nichts zu Leide gethan, und doch verlangt der Kaufmann die unsinnige Verpfändung deS Fleisches. In einer Erzählung der altenglischen Gesta Romanorum läßt sich der Kaufmann sogar das ganze Fleisch des Leibes vom Ritter verschreiben, es mit einem scharfen Schwerte zu schneiden ״b i s z u den Knoche n." Daher entscheidet zuletzt die ebenfalls als Mann und Richter verkleidete Schöne, welche hier als Tochter des Kaisers S e l e st i n u S (Celestiuus) signrirt, daß dem Gläubiger zwar das Recht werde, nur dürfe er beim Schneiden des Fleisches kein Tropfen Blut vergießen'). ') AuS einet Sammlung gesta Komanorum in deutscher Sprache zuerst gedruckt 1-180, und von Neuem abgedruckt in M. Haupt und Hossmann, altdeutsche Blätter I S. 143 fg. Diese Aersion ist jünger, als in DolopathoS, da in diesem die Vereitelung des Zaubers im Bette durch die An- Weisung des hochweisen Zauberers Virgilius erfolgt, in der andern dagegen durch Zufall. Der Ritter rückt nämlich in der zweiten Nacht die Kisten, um nicht zu weich zu liegen und dadurch in den Schlaf zu verfallen. Dadurch fällt die Zauberseder heraus. *) Bei Siducy J. H. Herrtugo, the early englisli versions of the Gesta Romanorum (London 1879) Nr. XI p. 158 fg. Die Bedingung des great merchant ist (p. 160): the covenant slinllo bo tlris, that you make to me a charter of thin owuo blood, in conducion, tliat yf tliowo

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