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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-07-01 · Heft 7 (Juli 1880) · p. Seite 319

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 7 (Juli 1880)
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1880-07-01
Page
Seite 319 (sequence 4)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchcnlunde. 310 ein Christ von einem Juden Geld leihen, hatte aber weder einen Bürgen noch einen, der für ihn gut stand.- Der Jude aber achtete »licht darauf und lieh ihn! das Geld, nur mußte dieser bei dein hl. Nikolaus schwöret», zur bestiuimten Frist daö Geld zu bezahlen. Als nun der Jude das Geld von ihm zu״ rücksorderte, läugnete der Christ überhaupt, je von ih>n geliehen zu haben. Da liest jener den Mann vor das Gericht fordern. Der Christ höhlte nun einen Stab aus und steckte das Geld, das er dem Juden schuldete, hinein. Der Jude hatte weder Schuldscheine noch irgend welche Bürgschaft aufzuweisen, und der Christ mußte daher bei dem hl. Nikolaus schwören, den er zum Zeugen des Darlehns angenonunen hatte. Bevor dieser den Eid leistete, gab er dem Jude»» de» Stab zu halten, was der Jude auch that, oh»«e sich dabei etwas zu denken. Der Christ schwor nun, daß er dem Juden Alles, was er ihm schulde, wie« dergegebei» habe. Nachdem er den Eid geleistet hatte, ging er wieder seiner Wege, den Stab mit dem (Seide mit sich tragend. Auf dem Wege ergriff ihn ein Schlaf, und er legte sich auf der Straße hin. Während er schlief, kam ei>» Kutscher mit einem schwer beladenen Wagen, fuhr, ohne ihn zu bemerken, über ihn weg und tödtete ihn. Der Stab, der daneben lag, wurde von dem Wagen ebenfalls zerbrochen. Es sammelten sich nun da herum eine Menge Menschen. Unter diesen war auch der Jude, der die List erkannte und der daher sich taufen zu lassen versprach, wenn der hl. -Nikolaus, der den Christ für seine List so gestraft hatte, diesen nun wieder iu's Leben zurückrufen würde. Der hl. Nikolaus belebte ihn auch wirklich, und er gestand nun die ganze Wahrheit ein. Der Jude und seine ganze Familie ließen sich taufen." Hier wird diese Erzählung schon doginatisch gefaßt, sie ist nicht mehr eine bloße Darstellung der Thatsachen ihrer selbst willen, sondern sie dient dazu, die Zahl der Wunder des hl. Nikolaus zu vermehren. Daher ist auch der Schluß nicht mehr

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