Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1880)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1880-07-01
- Page
- Seite 318 (sequence 3)
- Language
- German
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318 Beiträge jur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. argen noch gewaltS bei jme befaret, als bey dem neüwlich mir freündschaft verwandt worden. Da Hab aber der geitz dem Cydie ain bösen rathe eingeblasen. Dann als das hinder jn erlegt goldt, von jin erfordert ward, hat ers frauenlich verleugnet. Wie sye nun miteinander zanckten, sind sye ainig worden, der sachen gantz und gar aufs den ayd ze kummen. Als nun Lydias am dritten Tag darnach, seinen ayd zu den göttern volnfüren soll, ist er wieder anhaimS gangen, und hat ain solchen!ist erdacht. Er hat das goldt alles in ain außgeholten stab geschlossen, und das ort, so die handt begreifst, hat er mit ainem facelen allenthalb umbwickelt, damit der betrug verborgen blib. Nachdem aber der bestimbt tag vorhanden ward, hat sich Lydias ainer schweren Kranckhait angenunnnen, und ist sich an den stab steützende dahin gangen, und vor dem tempel, damit er seinen ayd betheüren wolt still gestanden, »nid den stab darinn all sein boßhait verborgen lag, dem Archetimo zehalten in die handt gebe», bist er seinen ayd volsürt hett. Darnach hat er mit anferhoben henden gesagt: er hett ja das hinderlegt geldt vom Archetimo entpfangen, aber jme dasselb widergegeben. Dise lugen aber ward mit listen erdichtet. Durch welche rede, Archetinius mit großen! zom entrüst warde, und warfse den stab mit ainem starcken straich auff das Pflaster, daß er zersprang, und das goldt haussend herauß fiele. Mit solcher göttlicher fürsehung, ist ye dem Archetimo geholffen worden. Aber Lydias soll ain bäß ende seins laebens genommen haben. Darmnb soll sich ain yeder fiirsehen unnd hüten, daß er den aydschwure nit verachte." So weit Frölich resp. Stobaeus. Wahrscheinlich daraus ist diese Erzählung in das 8peoulum morale des Vincentius Bellavacensis libr. III d18t. VI pars IV: ״äs invidia et filiabus eius“ Duaci 1024 col. 1162 übergegangen, wo sie dem hl. Nikolaus zngsschrieben wird; die Fassung aber ist eine mannigfach veränderte. Vincentius erzählt nämlich: ״Einst wollte 1י