Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1880)
- Article
- Eine dunkle Stelle in der Beschreibung der Tempeleinrichtung
- Date
- 1880-07-01
- Page
- Seite 298 (sequence 10)
- Language
- German
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298 Eine dunkle Stelle in der Beschreibung der Tenipeleinrichtmig. Thal Kidron abfließen zu lassen. Will man nicht diese beiden Traditionen über die Einrichtung im Tempel in Widerspruch mit einander sehen, so muß man annehmen, daß der ganze unterirdische Raum unter dem Altar die Bezeichnung S ch i t, oder Schitin geführt hat, und daß in denselben sowohl der tägliHe Libationswein, wie das Opferblut hinuntergeflossen ist. Man mnß auch annehnlen, daß zwei verschiedene Oeffnungen hinuntersührten, die eine weitere führte zum Blutkanal an dem s ü d. w e st l i ch e n Winkel des Altars (בקרן מערבית דרומית של מוכח), die andere engere zum Sammelplätze des Weines, zwischen Bor Halle und Altar (בין האילם ולמוכרן). Unterstützt wird diese Ausgleichung des Widerspruchs durch eine dritte Tradition, ivelche Folgendes überliefert: Vor dem Loche aus der Allarplatte floß der Libationswein in einer langen Rinne, und ans dieser wurde er von dein Boden in der Tiefe (Schi!) eingesogeir. Diese Borrichtung habe Salonio angebracht'). Die historische Angabe dahin gestellt, so geht jedenfalls aus dieser Notiz hervor, daß eine besondere Borrichtung, eiue Rinne, angebracht war, den Libationswein ungemischt und unbesudelt in die Tiefe fließeir zu lassen. Durch eine besondere Oesfnung, die so enge war, daß nur junge, zarte Ahroniden hinutttersteigei» konnten, utib die zwischen Altar und Vorhalle angebracht war, pflegteir diese Knabe» nicht oft, sondern in langen Zwischenräumen zu dem Absorptionsplatze des Weines zu gelange»!, um de»» in dem Boden zu Klnmpen erhärteten Wein zu holen. In dieselbe Tiefe (שית) floß aber a»»ch, »vie »vir gesehei», das Opferblut; dazu führte ') Tosephta Sulla 111,14. Die L.A. in der alten Edition und in der Edition Zuckermandel <auü einer Handschrift) ist thciliveise corrumnirt, kann aber durch Conibinirung corrigirt werden: ומנוקבין בסין שני הוממין דקין שבהן יורדין לסילון שבנאו משבנה שלמה אח ההיכל יורדין לשיח ומבקעין ונכלעין בחובו. Statt סילון in den alte» Edd.לסיוון, aber hier richti» שבנאו משבנה. DaS Wort סילון »st mohjv, eine Rinne.