Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1880)
- Article
- [Rezension] / Rosenthal
- Date
- 1880-06-01
- Page
- Seite 277 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829528-2829535--19607-2872185- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recension. 277 gionen eigenthümliche Art der Verbindung Gottes und der Welt wiederfindet. Nach Baur wäre es nämlich ein Charakterifticum der orientalischen Religionen, daß die Gottheit den AuSgangSpunkt bilde, und deßhalb fomnie es bei diesen zu einer KoSmogonie; dagegen wäre der griechischen Religion ein Aufsteigen vom Unvollkonimenen zum Vollkommeiien eigenthiimlich, und deshalb haben diese eine Theogonie. — In Paranthese sei bemerkt, daß die jüdische Weltanschauung weder die eine noch die andere hat, sondern eine Kosmopöre. — Aus Grund dieser kosmogonischen Gleichartigkeit behauptet nun Baur den OrientsliSmus der Gnosis. Dem gegenüber verweist nun der Vers. auf de» Timäus des Plato, der doch wohl eine Äosmogvnie und keine Theogonie sei. Die Gnostiker seien in ihrem Wesen vielinehr als Platonikec zu betrachten, freilich in der Gestalt des Systems, die ihm der Neupythagoräisinus gegeben. In diesem stecke allerdings zum Theil wirklicher Orientalismus, als die Neupythagoräer die Mythen und Mysterien Asiens und Aegyptens in den Kreis ihrer Betrachtungen zogen, und insofern man auch den jüdischen Einfluß so nennen darf; sonst sei der Orientalisinus ein scheinbarer und nur ans Pseudepigraphien gestützt. Der Vers, meint, daß man den Kirchenvätern sowohl, als auch Plotin und Porphyrius Unrecht thu«, wenn man ihre Behauptungen, die Grrostiker hätten der griechischen Philosophie, Mythologie und Mysteriosophie ihre Sachen entnommen, siir überwunden ansieht. Der Vers, möchte die Gnosis in eine naive und eine t e n d e nziöse eintherlen. Zu der letztern Klasie zählt der Vers, auch den von Neander bewunderten M a r c i o u, bei dem die Tendenz, eine breite und tiefe Kluft zwischen Judenthuni und Christenthum zu'reitzen, das a l l e i n Bestimmeirde war. Nachdem der Verf. nun durch zahlreiche Belege in gründlicher Weise nachweist, daß Plato für die Gnostiker der Hauptphilosoph gewesen,