Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1880)
- Article
- José da Silva, ein tragisches Opfer der Inquisition im achtzehnten Jahrhundert
- Date
- 1880-06-01
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
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248 Josv da Silva, ein tragisches Opscr val's vom Jahre 1737 aufgeführt. Doch dem Zuge des Volkes nachgebend, schrieb unser Autor auch ein Strick, betitelt: Variedades de Protes (Die Metamorphose» des Proteus) eine Art Feerie mit zahlreichen Tableanx uub sehr prächtiger Decoration. Dieses wurde gleichfalls im Aiai 1737 aus dem Theater von Bairro Alto anfgesiihrt. Damals schien alles Antonio zu lächeln, ,richts fehlte zu seinem Glücke. Seine Nechtspraxis, die er \\ad) dein Tode seines Vaters allein ausübte, verschaffte ihm ein re^lishes Einkommen, so daß er seine Familie glänzend erhalten konnte. Born Publikum inliner freundlich ausgenomnten, fand er durch's Theater Ruhm. Er hatte eine reizende Frau, die er liebte und die ihn» auch ihr ganzes Herz geschenkt hatte, seine kleine Tochter wuchs heran und machte seine Freude aus, seine Mutter war in Freiheit gesetzt worden und inl Verborgenen konnte er sogar die wichtigsten Gebote der inosaischen Religio» ausüben. Sein letztes Stück, daS er vom Mai bis October 1737 verfaßte, war O Precjpicio de Faetonte (Der Abgrund Phaetons). Im Januar des Jahres 1738 wurde es aufgeführt, während Autonio bereits in dem Kerker der Inquisition schmachtete, Leider öffnete sich für ihn der Abgrund in den! Augeitblicke, wo er es ain wenigsten erwartete. Am 3. October 1737 schleuderten die apostolischen Inquisitoren ftir ketzerische Entartung und Apostasie (08 ingm- 8id01׳e8 apostolicos contra a heretica pravidade e apostasia) gegen den Advocaten Antonio Josö da Silva, wohnhaft in Liffabon in der Nähe der Kirche des Beistandes, eine» Erlaß, der dahin lautete, ihn einzusperren, wo man ihn fände, sein Vermögen zu sequestriren, wegen der Vergehen, welche das Sanctu»» Officium ihm zur Last legt, ihn in ein sicheres Gewahrsam zu bringe!», sein Bett und die anderen für ihn nöthigen Sachen und überdies noch 40 mil-reis (bei 0 Mark deutscher Währung) zu bringen.