Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1880)
- Article
- José da Silva, ein tragisches Opfer der Inquisition im achtzehnten Jahrhundert
- Date
- 1880-06-01
- Page
- Seite 244 (sequence 4)
- Language
- German
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24+ Job׳ b« Silva, ein tragisches Opfer Das Theater lag in Portugal sehr im Argen, als Antonio dasselbe zu regenerircn versuchte; und obwohl der Zeitpunkt seiner Ansäuge nicht genau bekannt ist, ist er jedenfalls vor 17:!H gewesen. Seine ersten Stücke waren: KI!»rocligio de Amarante «Das Wunder Amarailte's), San-Uon^alo (St. GonzaleS), Amor vineido da Amonr (Liebe durch Liebe besiegt), das letzte eine Opereite zur Hochzeit des Prinzen von Brasilien, nachmaligen Königs D. Jose. Das Stück 08 a mantesde escabeche (die schlauen Verliebten) reicht bis in das Zahr lr<‘M zurück. Eines der wesentlichsten Mittel zur Hervorbringung des Esfekts war bei Antonio die Einsührnng der niodinlia'), eine ursprünglich portugiesische Erfindung, die aber daselbst vergessen, nur noch in Brasilien gehört wurde, wo ja Antonio die ersten Kinderjahre verlebte. Hub durch Einführung der sangbaren »»odinlia wurden seine Stücke zu Qpern. Aber das erste gröstere Drama, das ihn zum wahren Dichtcr stempelte, betitelte frch : Villa do grande Dom Quixote da Manclia e do gonle Hancho Pani^a (Leben des großen Don Quichote de la Manea und des gemeinen Saucho Pausa), welches im Oetober 17:J;i auf der Bühne von Bairro-Alto aufgeführt wurde. Es braucht kaum erwähnt zu werden, das! Cervantes weltberilhmter Don Quijote den Stofs dazu geliefert. Die Opera Antonio's ist eine schneidende Kritik der portugiefischen Sitten und Zustande des 18. Jahrhunderts. Aber nicht nur die politischen Berhültnisse werden darin scharf gegeißelt, auch die Dichter oder vielmehr die Dichterlinge werden scharf mitgenommen. Durch das letztere gerade erregte er den Haß der Geistlichkeit gegen sich, weil diese die Literatur sowohl als auch die Poesie als ihr Monopol betrachtete. Für seine ätzende Feder ist die vierte Scene im zweite»» Akte von Don Qltixote charakteristisch, »veshalb »vir sie hier »viedergeben »volle»!. ') Ursprünglich ״Liebeslied" M. G.