Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1880)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1880-05-01
- Page
- Seite 223 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. S23 Fremde ziehenden Tochter folgende Lebensregeln mitgiebt: ״Von nun an trage beständig schöne Kleider, iß die schmackhaftesten Speisen und beschaue dich Tag für Tag in dem Spiegel" (ibicL p. 186). Wie die Schwiegertochter bei Gelegenheit ihrem Schwiegervater, der sie darüber zur Rede stellt, erklärt, haben diese Lebensregeln eine ganz andere, tiefere Bedeutung, als es den Anschein hat. Die Mutter empfiehlt nämlich mit diesen Worten der Tochter: ״Das Oberkleid beständig rein und sauber zu tragen, es nicht zu beschmutzen, damit, wenn Gäste komme«, sie stets eine Auswahl unter vielen habe; daß sie u a ch Allen esie, und der Hunger jede Speise schmackhaft mache; und daß sie endlich vor Allen aufstehe» Alles kehren, reinigen, putzen lasse. Das ist der Sinn der Er- Mahnungen der Mutter. In der talmudischen Erzählung wird auch das hervorqehoben,׳ daß die Frau schön geputzt i m H a u s e h e r u m g i n g und wie es sich später herausstellte, auf Wunsch des Abba Chilkijah. Diese buddhistische Erzählung ist noch insoweit von Jntereffe, als sie, durch die darin enthaltenen doppelsinnigen Erniahnungen der Mutter eine Analogie zu dem (Moed kat. fol, 9 b) enthaltenen Segen bietet, der ebenfalls etwas Anderes besagen will, als die Worte bedeuten. R. Simeon b. Jochai läßt seinen Sohn durch zwei Gelehrte ' segnen, die ihm wünschen: ״Er möge säen und nicht ernten, hineinbringen und nicht hinaussühren, hinaussühren und nicht hineinbringen, sein HauS möge zerstört, seine Herberge stehen bleiben, sein Tisch sei in Verwirrung, und er möge nie ein neues Jahr sehen." אסרו ליה: יהא רעוא, דמזרע ולא מהצד,מעייל ולא מיסיק, מיסוק ולא מעייל, ליחרב בימך יליחיב אושפיזך, לבלבל סחורך, ולא חחוי שמא החמי. Als der Jüngling betrübt nach Hause kam und seinein Vater diesen mehr einem Fluche ähnlich sehenden Segen erzählte, tröstete ihn der Vater und erklärte ihm den tie«