Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1880)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1880-05-01
- Page
- Seite 221 (sequence 7)
- Language
- German
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Beitrüge zur vergleichenden Sagen- und Märchcnkunde. 221 hört, weil sie bestäitdig im Hause weilend, den Armen gleich mit Speise und Trank labt, während ich ihm doch nur Geld geben kann, sich Speise dafür anzuschaffcn; oder auch, weil die Frau, als Bösewichter in ihrer Nähe wohnten, und ihr Gatte Gott um die Vertilgung der Frevler bat, s i e nur um die der Frevel." Durch diese talmudische Sage wird die arabische Erznblnng erst klar. Der Mann mit der Wolke, dem sie abhanden kömmt, und der sie durch die Bitte des frommen Königs wiedererhält, ist an die Stolle der zwei Gelehrten getreten, die Abba Chilkijah, aus welchem ״der fromine König" geworden ist, um Regen bitten. Die Armuth und dabei die Tugendhaftigkeit des Abba Chilkijah und seines Weibes sind aus den ״frommen König und fein Weib" übertragen worden, und nun verstehen wir auch, warum auch dort die Wolke gerade au jene 1׳ Seite aufsteiqt, wo die fromnte Königin ihren Blick gen Himmel hebt. In einem Zuge einigermaßen ähnlich lautet die Erzählung in der tibetauischen Santnilung bliddhistischer Legenden: ״Dsanglun oder der Weise mtd der Thor" (deutsch v. Schmidt, St. Petersburg 1843 o. XXIII, p. 184), wo Folgendes erzählt wird: ״Ein Brahmane zieht aus, um für den jüngsten Sohn des Ministers eine passende Jungfrau zu finden. Während seiner Wanderung durch alle Lander erblickte er i»> Lande Schiritita eine Gesellschaft von fünshunderl Jungfrauen, welche spielend schöne Blumett pflückten und davon Gewinde zum Opfer für Buddha flochten. Der Brahmane folgte den Jungfrauen, um sie zu beobachten, ans dem Fuße nach. Sie kamen an ein kleines Flüßchen, welches ihnen den Weg versperrte; da zogen Alle ihre Stiefel aus, um den Fluß zu durchwaten, bis auf Eine, welche die Stie» fel an behielt. Als die Anderen die Kleider schürzten, um durch einen Bach zu waten,