Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1880)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1880-05-01
- Page
- Seite 219 (sequence 5)
- Language
- German
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BeilrSge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. 219 auch im Allgemeinen ihre Wunderthätigkeit darauf. Taanit toi. 23 a— 24b werden ein« Anzahl Männer genannt, die bei ein« tretendem Regenmangel zu Gott gefleht, und auf deren Bitte es regnete. Einer darunter ist das Vorbild zur arabischen Erzählung geworden und zwar Abba Chilkijah, von dem die Sage (Taanit toi. 23 a—b vgl. jerusch. Taanith toi. 64 d ohne Nennung des Namens und kürzer ausgeführt) Folgendes erzählt: ״Einst herrschte ein großer Regenmangel. Es wurden daher zwei Gelehrte zu Abba Chilkijah geschickt, damit er um Regen bitte. Da sie ihn nicht zu Haufe trafen, gingen sie zn ihm auf's Feld, wo sie ihn mit dem Umgraben des Feldes beschäftigt fanden. Sie grüßten, er antwortete aber nicht. Sie setzten sich daher schweigend nieder und warteten, bis er, mit der Arbeit fertig, nach Hause gehen würde. Als es dunkel wurde, nahm er das Bündel Reisig auf die eine Schulter und den Mantel auf die andere; den ganzen Weg ging er barfuß, als er aber an ein Wasser kam, das sie durchschreiten mußten, zog er Sandalen an. Als sie an Dornen vorbeigingen, hob er die Kleider auf. Sein Weib kanr ihm geschmückt aus dem Hause entgegen und ging zuerst hinein, darauf folgte er, und hiriter sich ließ er die Gelehrten eintreten. Als sie sich zu Tische setzten, lud er di« Letzteren nicht ein, am Essen theilzunehmen. Dem ältere» Sohne gab er nur e t n Stück Brod, dem jüngeren jedoch zweie. Darauf sagte AbbaChilkijah zu seinem Weibe: ״Ich weiß, die Gelehrten kommen gemiß, um Regen zu erbitten; steigen wir zuerst auf's Dach und bitten wir vorher darum, vielleicht wird uns Gott erhören und Regen schicken, so daß sie uns dann nicht mehr zu Dank verpflichtet seien." Sir stiegen daher auf's Dach und baten, und an derjenigen Seite, wo die Frau stand, stieg die erste Wolke