Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1880)
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1880-05-01
- Page
- Seite 218 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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218 Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde. ausmacht. Auf diese Art leben wir von der Arbeit unserer Hände. Ihr seid hieher gekommen, eure Wolke zu suchen, und meine Frau wird euch darüber Auskunft geben." Sie hob das Haupt gegen den Himmel und sogleich erschien die Wolke wieder, die der Wegweiser, Regenschirm und Wasserkrug des heiligen Mannes war. Dieser sah daraus, daß sein Verdienst noch gering sei im Vergleich nnt diesem heiligen Könige, der von Bohnen lebte, und das Geld noch obendrein mit der Arbeit seiner Hände verdiente." So weit die arabische Erzählung, die, wenn wir genauer zusehen, Lücken in der Darstellung ausweist. Der Gmnd, warum der heilige Mann die Wolke verloren hat, wird uns nicht angegeben, ebensowenig erfahren wir, daß er den König um sie gebeten habe. Auch der sinnige Zug, daß er die Wolke auf die Bitte der Frau wieder erhält — denn so müssen wir ihr Heben des Kopses gegen den Himmel verstehen — wird aus der arabischen Erzählung nicht erklärt. Vielmehr müßte es ja der sich kasteiende König sein, auf dessen Bitte die Wolke zurückkomml. Führen wir diese Erzählung auf die (ver» muthliche) talmudische Quelle zurück, und fassen wir sie in demjenigen Zusammenhänge aus, in welchem sie im Talmud steht, dann wird uns Alles klar, nur müssen wir eine Umstellung der Personen vornehmen. Bevor ich den Vergleich antrete, will ich noch eine Bemerkung vorauSschicken, die für das Verstand, niß der Erzählung von Wichtigkeit ist. Als ein Land, das seinen Wafservorrath nur aus dem Regen hat, dessen Ausbleiben die größten Gefahren nnt sich bringt, mußten die Einwohner von Palästina aus das rechtzeitige Eintreffen des Regens bitten; daher wird auch den meisten wunderthätigen Männern das Regen erflehen hoch angerechnet; eS beschränkt sich daher