Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1880)
- Article
- Abu'l-Walid Mervan Ibn G'anah's Leben
- Date
- 1880-05-01
- Page
- Seite 209 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829528-2829534-2872062--19520-2872097- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Abu'l-Walid Mervan Jbn G'anah'S Leben »r. 209 de» aber, die nur eine gelehrte Sprache besaßen, bemühten sich, die ganze Tonleiter, mit der ihre Sprache ausgesprochen wurde und die von der Tradition so treu bewahrt wurde, zu sichtbarem Ausdruck zu bringen, und überdies; die ausgedehnteste Interpunktion, die bekannt ist, zu erfinden, die dazu dienen sollte, um in einem Satze nicht nur die geringsten Theile, sondern auch die mit eine»; Vorwort versehenen Hauptwörter zu erkennen. Ein beträchtlicher Theil der hebräischen Grammatik bezieht sich auf die Verwendung dieser Zeichen, für welche es im Arabischen kein Aeqnivalent giebt. Auch sonst aber unterscheidet sich die hebräische Lautlehre wesentlich von der der Araber. Ferner ist die Doppelnatur der Buchstaben n ,v ,2 ,1 ,ב, ג den Arabern unbekannt. Und es ist kein kleines Verdienst von Chajudsch und Jbn G'anah, daß sie die linguistischen Principien der heiligen Sprache erkannt und ausgestellt haben. Dieser. Mangel an Vocalen, mit dem arabischen verglichen, muß bis in die älteste Zeit hinaufreichen, da sie allein, so will es uns scheinen, die sonderbare Lhatsache erklärt, daß das Hebräische kein Metrum und keine Prosodie kennt. Wenn mau die vorzüglich poetisch beanlagte Natur der Hebräer in Erwägu>1g zieht/ ferner das Begeisterte ihrer Propheten und Dichter, die glücklichen Anlage», welche sie für len Gesang und die Melodie besaßen, Anlagen, welche durch eine große Anzahl von Musikinstrumente;;, welche in der heiligen Schrift erwähnt, bezeugt werden, muß man sich mit Recht fragen, wie es denn kam, daß ein so außerordentlich begabtes Volk die Prosodie nicht kennen sollte, während ein anderes Volk derselben Race, die Araber, weit weniger poetisch, und deren Gesang sich auf weniger erhabene und reine Quellen stützt, eine vollftändig« und verwickelte Metrik, reiche und mannigfaltige Rythmen besitzt, die man wohl mit dem Griechischen vergleichen kann. Nur die Armuth der Vocale und die Ueberfülle der Consonanten, <*«««», «MX. *, t4