Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-05-01 · Heft 5 (Mai 1880) · p. Seite 207

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 5 (Mai 1880)
Article
Abu'l-Walid Mervan Ibn G'anah's Leben
Date
1880-05-01
Page
Seite 207 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829528-2829534-2872062--19518-2872095
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Abu'l-Walid Mervan Jbn G'anah's Leben 1c. 207 die verwickeltesten Fragen, die man zu seiner Zeit über Gramm«- tik auswarf, ausführlich behandelte. All die Fähigkeiten seines seltenen Geistes, all die Bemühungen seines feinen und analytischen Verstandes sind darauf einzig und allein gerichtet, eine genaue und rationelle Auffassung der heiligen Schriften zu erlangen, nm sie den Ziegeln einer strengen und vernunftgemäßen Exegese angepasit zu erklären. Jbn G'anah ist nun zu dieser Reise anqelangt, wo er, befreit von den irdischen Sorgen und gleichgültig gegen das Elend, worüber er sich einst so sehr beklagt hat, keine andere Sorge als seine theuren Studien kennt und keine andere Furcht, als die, von neuem in seinen Meditationen durch störende Angriffe oder haßerfüllte Verläumdungen und Jutriguen gestört zu werden. Philosophie und Medicin waren im arabischen Spanien die unentbehrliche Vervollständigung jeder gelehrten Laufbahn. Abu'l-Walid scheint aber die Medicin nur zum Broterwerb betrieben zu haben. Die Abhairdlung iiber ״einfache Medikamente" oder Kitäb at-Talkihs, welches Jbn Abü Oseibill von ihm anführt, ist, ivie der Titel bereits sagt, ein einfaches Handbuch ohne weitere Wichtigkeit. Was die in seinem Namen angeführten philosophischen Ansichten betrifft, scheinen sie aus seinen grammatischen und lexicalischen Schriften geschöpft zu sein. Wie dem auch sein möge, Jbn G'anah ist vorzugsweise Grammatiker, Exeget und Lcxicograph. Seit dem 2. Jahrhundert der Hedschra pflegten die Araber mit Erfolg die Grammatik ihrer Sprache, und diese Wiffenschast sowohl, als auch die der Beredsamkeit wurde am Hofe von Cordova in großen Ehren gehalten. Der spitzfindige Geist der Araber zeichnete sich in diesen Studien aus und wurde als Mittel zur Erklärung des Coran, sowie zum Verftändniß der alten Dichtungen sehr hoch angeschlagen. Abu'l-Walid nahm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.