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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1880-04-01 · Heft 4 (April 1880) · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
29 (1880)
Issue
Heft 4 (April 1880)
Article
Abu'l-Walid Mervan Ibn G'anah's Leben
Date
1880-04-01
Page
Seite 159 (sequence 15)
Language
German
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Abu'l-Walid Mervan Jbn G'anah's Leben :c. 159 haben wahrscheinlich den Syrern nachgcahmt, indem sie die Punktation selbst in den Text der Bibel cinführten; mit Schnelligkeit haben sie sich die Philosopheme der Griechen augeignet und frühzeitig eine Exegese betrieben, die sich mit den daraus ergebenden Grundsätzen in Einklang befand '). Da finden sich größere Kühnheiten als die Annahme einer anderen linguistischen Auf. sassung. Uebrigens verglich man schon früher die hebräischen Wörter mit den aramäischen und arabischen, und man erklärte so manche Wurzel, die im Hebräischen selten mar, durch die Schwestersprachen. Jehuda den Korsisch widmete der Nothmendigkeit dieser Methode der Vergleichung seinen Brief an die Einivohner von KairnLn; Saadia übte sie beständig, und man berief sich auf die Autorität seines hochgeachteten Namens, sowie ans die anderer berühmten Häupter der Gefangenschaft, gegen die Hyperorthodoxen, deren Gewissen beunruhigt war, daß man solch einen Vorzug der Sprache des Koran einräumte, von den! man sich nicht schonte, ganze Verse anzusühren •). Man muß also anderswo die Ursache der bisher nicht erklärten Erscheinung aussuchen. Wir glauben die Ursache darin zu finden, daß. man wohl von der Sache selbst eine richtige Idee hatte, aber indem man sie auf die Spitze trieb, bei der Anwendung eben ganz fehl ging. ') Die Sorge, welche die jiidischeii Philosophen und Exegclcn seit der Alexandriuischcn Schule bis aus Saadia» und dessen Nachfolger trugen, jeden antropopathischcn Ausdruck aus der heilige» Schrift zu streiche», hat sicherlich keinen anderen Grund. *) Die Anekdote mit der Magd Rabbi'S, deren Vulgärsprache, das Aramäische nämlich, dazu diente, ein Bibelwort zu erklären, ist bekannt. Das Risület des Jehuda den Koreisch ist von Barges und Goldberg, Paris 1857, veröffentlicht worden. Vgl. über Saadia Dercnbourgs Buch p. 14l, seitab al asul, ool. 139, l. 8—22 cf,, ibid. col. 23t l, 23 ff., und Neubau« La leiicograpliie bebraVqae, p. 190, 2. Anmerkung des SeparatabzugcS. Bei Abu'l Walid findet sich gleichfalls eine Stellaus dem Coran in Derenbourg's Buch p. 357.

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