Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 3 (März 1880)
- Article
- Josephus und die große Pesikta
- Date
- 1880-03-01
- Page
- Seite 133 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Analektrn. 133 hätten dieselben in Brand gesteckt. Es kann nun kein Zweifel sein, daß der in der Peßikta vorkommende Name אביקה von den Fackeln sich herschreibt, von welchen Josephns erzählt; man braucht nur mit Jalkut a. a. O. statt אביקה zu lesen אפיקה oder אבוקא, welches Wort ״Fackel" bedeutet. Diese Behauptung ist umsoweniger anzuzweifeln, als der Name des Vaters dieses Mannes bei Josephns (Naßärcnv() und in der Peßikta (l. נבייח oder גבייתי statt גביית) gleichlautet. Eigen thümlich ist nun, baß weder Josephns noch die Peßikta den Eigennamen des Helden, sondern nur Beinamen anzngeben misse». Denn daß ״die Fackel" in der Peßikta sogut wie ״der Lahme" bei Josephns nur Beiname ist, liegt auf der Hand. An eine Entstehung der Erzählung aber aus den Name» ist nicht zu denke», denn JosephuS nennt noch zwei Namen und die Erzählung, wie sie Josephns mittheilt, ist an sich nicht unglaubwürdig. Ich erkläre mir die Sache so, daß das Faktum, wie es Josephns berichtet, stattge» funden hat. Nun aber entstanden aus dem Faktum zwei verschiedene Beinamen, welche den Eigennamen verdrängten. Der Held mag beim Hinunterspringen sich den Fuß verletzt haben und lahm geworden sein, daher führt er bei JosephuS den Beinamen ״des Lahmen". Die Relation der Peßikta knüpft wiederum an das Experiment mit den Fackeln an, daher der Beiname ״die Fackel". Uebrigens erscheint auch durch die Einkleidung der Peßikta der Fuß — ich hätte bald gesagt der Pferdefuß — hindurch, an welchen sich der Beiname ״des Lahmen" bei Josephns knüpft. Denn in der Peßikta verrichtet unser Held seine That allein mit dem Fuße, eine Sage, zu welcher die eingetretene Lahniheit Veranlassung gegeben hat. Daß übrigens Beinamen Eigennamen zu verdrängen pflegen, ist nichts Ungewöhnliches. Ich erinnere an das gebräuchliche: Marschall Vorwärts. Jedenfalls bildet dieses Stück nicht bloß einen interessanten Beitrag zur Sagengeschichte, sondern auch zur Authsn«