Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 29 (1880)
- Issue
- Heft 3 (März 1880)
- Article
- Josephus und die große Pesikta
- Date
- 1880-03-01
- Page
- Seite 134 (sequence 3)
- Language
- German
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134 Analelten. tie midraschischer Nachrichten. Hätten wir nicht JosephnS als Zeugen beigebracht, so würde man dem Berichte gar keine historische Bedeutullg beigemessen haben. II. Ein Midrasch im Koran. In der 38. Sure heißt es vor: Hiob: ״Und (hierauf geboten wir ihm): Nimm ein Zweiggebund in deine Hand und peitsche sie damit, ans daß du den Eid 1üd)t brechest." Die Erklarer bemerken dazu: Er hatte seiner Frau hundert Peitschenhiebe für den Fall seiner Gesundheit zugeschworen, weil sie auf dem Punkte sich befunden hatte, den Satan anzubeten. Also mit einem Streiche mit einem Palmzweige von 100 Blättern oder mit einem Bündel von hundert Binsen oder wohlriechenden Gräsern sollte Hiob seine Frau schlagen, um so, ohne ihr weh zu thun, seinen Eid zu erfüllen. Jur Jalkut § 635 zu Psalm 6,2 wird in ganz ähnlicher Weise erzählt, daß ein König geschworen, seinen Sohn mit dem Schwerte auf's Haupt zu schlagen. Als er nachher seinen Schwur bereute, habe er den Schlag mit dem in der Scheide befindlichen Schwerte ausgeführt. ״So hielt er seinen Schwur, ohne seinem Sohne wehzuthun." Ein Anderer schwor, seinem Sohne 100 Nnthenstreiche zu geben, flocht dann, als er Reue empfand, die hundert Ruthen zusainmen und führte damit einen Streich. Ein Anderer wiederum schwor, einen schwere» Stein auf seinen Sohn zu werfen, zerschlug dann aber den Stein in kleine Stücke und warf diese auf den Sohn. Der Refrain ist immer wie vorhin angegeben. Jnr Midrasch steht meines Wissens die Geschichte mit Hiob in keinem Zusammenhangs.